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Aus der Wirtschaft

UK: Vion will Schlachthof schließen

von , am
11.10.2012

Eindhoven/Broxburn - Nach dem massiven Gewinneinbruch im Jahr 2011 macht das Fleischunternehmen Vion Ernst mit seinen Umstrukturierungsplänen und schließt den größten Schlachthof in UK.

© Mühlhausen/landpixel
Nach der Bekanntgabe des Jahresumsatzes, des um über 50 Prozent zurückgegangenen Gewinns im Jahr 2011 und die als schwierig eingeschätzten Aussichten für die nächsten Jahre, hatte das niederländische Fleischunternehmen Vion Mitte Juni umfangreiche Umstrukturierungen angekündigt.

Vion hatte den Schlachthof vor vier Jahren gekauft

Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits die Schließung des defizitären britischen Standortes "Hall of Broxburn" diskutiert. Den Schlachthof in Schottland hatte Vion vor vier Jahren von der Grampian Country Food Group gekauft. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte der Betrieb mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen.

Suche nach Interessenten für den schottischen Standort geht weiter

In den letzten Monaten suchte die Vion nach Möglichkeiten den Standort noch zu retten. "Wir haben keine realisierbare Alternative zur Schließung des Schlachthofes gefunden", teilt der Geschäftsführer der Vion UK, Peter Barr, in einer Pressemitteilung des Unternehmens mit. Man sei weiterhin auf der Suche und im Gespräch mit potentiellen Interessenten, die den Schlachthof weiterführen würden. Findet sich keine Lösung, so wird die Vion die Produktion in Broxburn schrittweise bis zum Februar 2013 stoppen. Ein Angebot der schottischen Regierung, den Schlachthof zu kaufen und an das Unternehmen zurück zu leasen, lehnte Vion ab. In Broxburn arbeiten 1.700 Mitarbeiter.

Stellenabbau auch in Deutschland und den Niederlanden

In Deutschland sollen bis zum Jahresende rund 290 Stellen abgebaut werden. Die Vion Schlachthöfe Wunstorf und Hilden sind laut Vion am stärksten von den geplanten Umstrukturierungen betroffen. In den Niederlanden wird Vion den Schlachthof Druten schließen. Die Aktivitäten werden künftig an die Standorte Boxtel und Groenlo verlegt. Insgesamt sind in den Niederlanden 340 Stellen von den Umbaumaßnahmen bedroht.
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