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Urlebener Mast GmbH mit Innovationspreis geehrt

von , am
30.04.2013

Berlin - Dem Thüringer Schweinemastbetrieb wurde auf der agra 2013 in Leipzig der Preis vom Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins agrarmanager, Uwe Steffin, übergeben.

Agrarmanager Chefredakteur Uwe Steffin (li.) überreicht den Innovationspreis an den Geschäftsführer der Urlebener Mast, Andreas Stoll (mi). © am-Böhme
Die Auszeichnung nahm der Geschäftsführer der Urlebener Mast, Andreas Stoll, im Rahmen der Großen Tierschau der agra entgegen. Übergeben wurde ein attraktiver Pokal und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.
 
Das Preisgeld übergab Jürgen Siefert, Geschäftsführer des Sponsors, der BVB Beratungsdienst und Versicherungsmakler GmbH Bad Langensalza. Die Urlebener Mast GmbH ist eine Tochter der Agrargenossenschaft Kirchheiligen e.G.

3,36 Umschläge pro Stallplatz

Die Urlebener Mast wurde 1968 als kooperative Einrichtung von sieben ortsansässigen LPG gegründet und Stall für Stall aufgebaut und in Betrieb genommen. 1970 wurden die ersten Mastschweine produziert. Heute hat die Anlage 9.520 Plätze. Die Ferkel kommen aus den ebenfalls zum Unternehmen gehörenden Sauenanlagen Sundhausen und Gräfentonna. Insgesamt werden pro Jahr rund 32.000 Schweine produziert und verkauft.
 
Der Betrieb erreicht in der Schweineproduktion gute und stabile Produktionsergebnisse. In der letzten Betriebszweigabrechnung werden ein Nettozuwachs von 891 g je Futtertag und 3,36 Umschläge pro Stallplatz und Jahr erreicht. Dieses Ergebnis wurde mit einem Mischfutteräquivalent (1.300 MJ) von 2,56 kg je Futtertag bzw. 252 kg je verkauftes Mastschwein erzielt. Der Muskelfleischanteil der abgelieferten Schweine betrug 57,4 Prozent.

Innovative Lösungen

Die Urlebener Mast überzeugt neben einer vorbildlichen Betriebsorganisation vor allem mit einer Vielzahl von innovativen Lösungen:
  • Die vollautomatische Flüssigfütterung wird nach einem betrieblichen Konzept abhängig von der verfügbaren Futterenergie und den verfügbaren Futtermitteln flexibel gesteuert. Es werden vor allem Mais, Gerste und Erbsen von den Feldern der Agrargenossenschaft Kirchheiligen eingesetzt. Das Futter wird aus der Ernte angekauft, selbst gelagert und aufbereitet. Mit dem Kraftfutterhersteller ist eine spezielle Rezeptur erarbeitet worden, mit der viel Wert auf eine optimierte Zusammensetzung der Aminosäuren gelegt wird. 50 Prozent des Soja wurden durch einheimisches Rapsschrot ersetzt.
  • Die Lüftung der Schweineställe ist so auf die konkreten Bedingungen ausgerichtet, dass beste Bedingungen für alle Schweine bestehen. Für 7.500 Stallplätze gibt es eine Lochdecke mit Luftzuführung von oben. Es laufen durchgängig Winterlüfter, denen automatisch zusätzliche Sommerlüfter zugeschaltet werden können. Durch aufgesetzte Düsen wird die Abluft sowohl für die eigenen Ställe als auch für das Dorf unschädlich verblasen. Eine ganz neue Lösung wurde für 2.000 Plätze als Unterflurlüftung mit Luft aus dem Dachraum und der Absaugung der Abluft über eine lange Luftleiste über den ganzen Stall eingebaut. Auf diese Weise werden an jedem Punkt im Stall gleich gute Luftverhältnisse gesichert.
  • Einheitliche Partien für den Schlachthof werden über eine Einzeltierwaage und eine Markierung und Rückstellung der zu leichten Tiere in eine Weitermastgruppe erreicht.
  •  Die anfallende Wärmeenergie aus der betriebseigenen Biogasanlage (537 kW) wird für die Ställe und im Sommer für eine Getreidetrocknung genutzt. Nachdem die Ställe in den letzten Jahren alle rekonstruiert wurden, werden in der Anlage Urleben zurzeit die Verwaltungs- und Sozialräume repariert und modernisiert.
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