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USA: Schweinepreise weiter auf Rekordjagd

© landpixel
von , am
24.03.2014

In den USA scheinen die Schweinepreise derzeit keine Grenze nach oben zu kennen. Noch ist kein Ende der Rallye abzusehen, denn auch am Kassamarkt ziehen die Preise auf allen Handelsstufen weiter an.

In den Vereinigten Staaten sind seit vergangenem Jahr durch den PED-Virus 7 Millionen Ferkel verendet. © Mühlhausen/landpixel
Am Terminmarkt sind die Schweinepreise in den USA seit Januar um 34 Prozent (%) gestiegen. Allein in den letzten vier Wochen von Mitte Februar bis Mitte März schossen die Preise allerdings um 28 % nach oben.
 
Hintergrund für diese beispiellose Preis-Rallye ist die unerwartet rasche Ausbreitung des Schweinevirus Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) und die damit verbundene Erwartung an eine deutlich schrumpfende Produktion mindestens bis zur Jahresmitte. Etwa im Juni erreichen die Preise nach den derzeitigen Erwartungen am Terminmarkt ihren Höhepunkt.
 
Das USDA hat das volle Ausmaß der Marktveränderung in seinem letzten Report Anfang März offenbar aber noch nicht berücksichtigt, auch wenn an der letzten Einschätzung von vier Wochen vor allem an den Preisen schon Korrekturen vorgenommen wurden.

Krankheit breitet sich weiter aus

Genaue Zahlen über die Auswirkungen der Seuche auf den US-Schweinebestand und die Produktion werden allerdings erst die Ergebnisse der nächsten US-Schweinezählung am 28. März bringen (March Quarterly Hog and Pigs Report). Die vom National Animal Health Laboratory Network gemeldeten Neuausbrüche steigen jedoch weiterhin rapide an. Aus 26 Bundesstaaten wurden bislang Krankheitsausbrüche gemeldet.
 
Anfang März lag die Zahl der Neuinfektionen bei 4.458, Anfang Februar bei 3.253 und Ende Dezember 2013 waren es 1998 Fälle. Das ist eine Verdopplung der Krankheitsfälle in rund zehn Wochen. Die National Porc Producer Council schätzte die Zahl der bis Anfang März an der Krankheit bereits gestorbenen Ferkel auf über vier Millionen Tiere.

USDA korrigiert Produktion nur leicht

Trotz der Ausbreitung der Porcine Epedemic Diarrhea (PEDv) reduzierte das USDA Mitte März seine Produktionserwartung gegenüber der letzten Schätzung nur leicht nach unten. Dabei erscheint die Korrektur des USDA angesichts der bisherigen Markturbulenzen doch sehr moderat und könnte bereits im April noch einmal korrigiert werden.

Marktreport: Schweinepreise unter Druck (27. Februar)

Exporte Anfang 2014 stabil

Auswirkungen hat die Marktentwicklung auch auf das Exportpotential der USA. Für das Jahr 2014 hat das USDA die erwartete Exportmenge im März jedoch nur leicht von 2,33  auf 2,30 Millionen Tonnen gesenkt und bleibt doch relativ optimistisch.
 
Im Vergleich zum Vorjahr wäre die erwartete Exportmenge damit sogar noch knapp zwei Prozent größer. Im Januar 2014 lagen die Exporte der USA in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die wichtigsten Exportmärkte für Schweinefleisch aus den USA waren Anfang 2014: Mexiko (28 %), Japan (26 %), China (10%), Kanada (10 %), Südkorea und Australien. Nach Russland gab es bis dahin keine Exporte.

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