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Umfrage

Verbraucher unterstützen Initiative Tierwohl

Ferkel in Bio-Betrieb
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
27.12.2017

Landwirte finanziell zu unterstützen, die beim Tierschutz über das gesetzliche Niveau hinausgehen, das finden fast alle Verbraucher gut.

Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage finden 93 Prozent der Verbraucher das Konzept der Initiative Tierwohl, Landwirte finanziell dabei zu unterstützen, etwas über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus für ihre Tiere zu tun und die geförderten Maßnahmen zu kontrollieren, gut oder sehr gut.

83 Prozent der Befragten erachten es zudem als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritten konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

Hinrichs: Verbraucher sind realistisch

"Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentiert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, die Ergebnisse.

„Dass Verbraucher kleine, konsequente Schritte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für gut und praktikabel erachten, zeigt unserer Meinung nach: Die Verbraucher sind realistischer als jene, die in der Öffentlichkeit laut Ideale und Maximalforderungen postulieren, denen die Landwirte aber unmöglich von heute auf morgen gerecht werden können.“

Kein Platz für schwarze Schafe

Die Initiative Tierwohl startet im neuen Jahr 2018 in ihre zweite, dreijährige Programmphase. Hinrichs appellierte an die 3.500 teilnehmenden Betriebe, sich ihrer Verantwortung für die deutsche Landwirtschaft bewusst zu sein.

Sie seien Aushängeschild der Branche. Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien seien mehr als nur Vertragsverletzungen. Sie gefährdeten die Wahrnehmung einer ganzen Branche, die durch ihr Engagement in der Initiative Tierwohl hart für ihr Ansehen kämpfe.

Hinrichs bekräftigte, die Initiative werde deshalb auch in der neuen Programmphase mit aller Strenge gegen Verstöße vorgehen. Für schwarze Schafe unter den Tierhaltern werde in dem Programm kein Platz sein.

Jeder Fleischesser bezahlt mit, auch wenn er es nicht merkt

Das forsa-Institut weist darauf hin, dass Themen des Umwelt- und Tierschutzes hoch im Bewusstsein der Bürger verankert seien. Das müsse sich aber nicht in einer tatsächlichen höheren Zahlungsbereitschaft niederschlagen.

„Den Unterschied zwischen Äußerungen zur Zahlungsbereitschaft und tatsächlichem Verhalten kennen wir aus Erfahrung“, sagte dazu Hinrichs. „Die Aussagen in Befragungen, dass Verbraucher höhere Preise akzeptieren, hat sich leider in der Vergangenheit nicht bei den Einkaufsentscheidungen widergespiegelt. Deshalb hat das System der Initiative Tierwohl die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Produkt von der Förderung für Tierwohlmaßnahmen entkoppelt. Stattdessen kann der Verbraucher durch seinen Einkauf bei unseren Partnerunternehmen des Lebensmitteleinzelhandels zur Förderung des Tierwohls beitragen.“

Die repräsentative Befragung wurde vom 18. bis 20. Dezember 2017 unter insgesamt 1.004 Bürgerinnen und Bürgern ab 18 Jahren der Bundesrepublik Deutschland durch die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt.

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