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Umfrage

Verbraucher wollen Tierwohlkennzeichnung mit Breitenwirkung

Ferkel in Bio-Betrieb
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
26.07.2018

Landwirte finanziell zu unterstützen, die beim Tierschutz über das gesetzliche Niveau hinausgehen, das finden fast alle Verbraucher gut. Bei einer staatlichen Kennzeichnung wünscht sich die Mehrheit eine breitenwirksame Einstiegsstufe.

Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage finden 93 Prozent der Verbraucher das Konzept der Initiative Tierwohl, Landwirte finanziell dabei zu unterstützen, etwas über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus für ihre Tiere zu tun und die geförderten Maßnahmen zu kontrollieren, gut oder sehr gut.

Dabei hat sich der Anteil derer, die diesen Ansatz mit "sehr gut" bewerten, bei der im Juni 2018 durchgeführten Befragung gegenüber Dezember 2017 um sechs Prozentpunkte erhöht.

82 Prozent der Befragten erachten es zudem als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritten konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

Hinrichs: Verbraucher sind realistisch

„Dass die Verbraucher zunehmend den Ansatz der Initiative Tierwohl unterstützen, freut uns“, sagt Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl.

„Die Verbraucher selbst sind, was den Weg zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung angeht, offenkundig viel realistischer als jene, die in der öffentlichen Debatte zum Teil ideologisch motivierte Maximalforderungen an die Landwirtschaft stellen. Wir sind zuversichtlich, dass die Signale, die von den Umfrageergebnissen ausgehen, auch in der Politik gehört werden.“

Politik sollte Verbrauchermeinung respektieren

Auch zur aktuellen politischen Fragestellung nach der Ausgestaltung einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung wurden die Verbraucher von forsa befragt. Sollte es zu einer freiwilligen, staatlichen Tierwohlkennzeichnung kommen, so zeigt sich auch hier eine klare Haltung: 59 Prozent der Befragten bevorzugen ein mehrstufiges Modell mit einer Einstiegsstufe, bei der Fleisch von Betrieben gekennzeichnet werden kann, die nur etwas mehr als das gesetzliche Mindestmaß für die Tiere tun, um die Verfügbarkeit der Produkte in ausreichendem Maße sicherstellen zu können.

„In Bezug auf die Planungen einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung sind diese Ergebnisse höchst relevant“, kommentierte Hinrichs. „Die Verbraucher wollen eine Einstiegsstufe, die ihren Namen verdient, indem sie möglichst vielen Betrieben einen Einstieg in die staatliche Tierwohlkennzeichnung ermöglicht. Hier appellieren wir an die Politik, diese Ergebnisse in bevorstehende Entscheidungen einfließen zu lassen.“

Methode der Befragung

Eine repräsentative Befragung zur Haltung von Nutztieren wurde von der Initiative Tierwohl bereits im Winter 2017 in Auftrag gegeben und von forsa durchgeführt. Im Sommer 2018 wurde diese Umfrage in weiten Teilen wiederholt und durch weitere Fragen ergänzt.

Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 1.003, nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte, Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland befragt. Die Erhebung wurde vom 21. bis 27. Juni 2018 mithilfe des Befragungspanels forsa. Omninet durchgeführt.

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