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Aus der Wirtschaft

Verkauf von Smithfield: US-Senat hegt Zweifel

von , am
16.07.2013

Washington - In Teilen des US-Senats stößt der geplante Verkauf des heimischen Schlachtkonzerns Smithfield an den chinesischen Nahrungsmittelkonzern Shuanghui für rund 3,6 Mrd. Euro auf Skepsis.

Teile des US-Senats sehen durch den geplanten Verkauf von Smithfield die heimische Nahrungsmittelproduktion gefährdet. © rabbit75 fot/fotolia
Dies wurde laut US-Medienberichten vergangene Woche in Washington deutlich, als Smithfield-Vorstandschef Larry Pope im Rahmen des Genehmigungsverfahrens vor dem Landwirtschaftsausschuss des Senats zu den Auswirkungen der größten Firmenübernahme durch chinesische Investoren befragt wurde. Pope versuchte Bedenken bezüglich einer verschlechterten Nahrungsmittelsicherheit und des Ausverkaufs der US-Landwirtschaft zu zerstreuen und verwies darauf, dass der neue Eigentümer vertraglich zugesichert habe, an Mitarbeitern und Standorten festzuhalten. "Dies ist eine große Chance für die US-Schweinefarmer", sagte Pope, denn der Export nach China werde durch das Nutzen des Vertriebsnetzes von Shuanghui zunehmen.
 
Genau dies bereitet fraktionsübergreifend mehreren US-Politikern jedoch Sorge, die Versorgungsengpässe und einen Ausverkauf des Know-hows und der hochwertigen Schweinegenetik samt Patenten auf die USA zukommen sehen. Die Ausschussvorsitzende Debbie Staenow von den Demokraten aus Michigan merkte kritisch an, dass die Übernahme einen Präzedenzfall schaffe und weitere Verkäufe von Lebensmittelproduzenten möglich seien, durch die dann die Nahrungsmittelsicherheit langfristig durchaus beeinträchtigt werden könne.

Bedenken werden größer

Unklar blieb einigen Senatoren auch, warum die Chinesen das Schweinfleisch für den heimischen Markt nicht einfach in den USA kauften, sondern gleich die Übernahme des größten US-Produzenten anstrebten. Die Senatoren Chuck Grassely und Tom Hankin aus Iowa forderten zusammen mit anderen Mitgliedern des Senats das beim Finanzministerium angesiedelte Komitee zur Überprüfung von Auslandsinvestitionen auf, auch das US-Landwirtschaftsministerium und die US-Lebensmittelbehörde einzubeziehen, um die Fachkompetenz beim Prüfvorgang zu erhöhen. Beobachtern zufolge hat die Anhörung dazu geführt, dass die Bedenken der Übernahmekritiker deutlicher geworden sind und die Obama-Administration die Entscheidung nun sehr genau abwägen werde.
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