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Vion: 15 Prozent Marktanteil für Tierwohl-Fleisch

© agrar-press
von , am
25.10.2012

Vion will zu Beginn des neuen Jahres mit dem vom Deutschen Tierschutzbund entwickelten Tierschutzlabel gekennzeichnetes Fleisch in den Markt bringen.

Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie wird der Einfluss der Aufruffütterung auf Futterkämpfen geforscht. © Mühlhausen/landpixel
Auf zunächst 10  bis 15 Prozent veranschlagt die Vion das Marktpotential für Fleisch aus besonders tiergerechter Erzeugung. Man gehe davon aus, dieses Segment in einem Zeitraum von fünf Jahren erschließen zu können, teilte das Unternehmen auf Anfrage von Agra Europe mit.Einbezogen seien 15 Schweinemastbetriebe mit 20 Ställen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Vion will eigenen Angaben zufolge im ersten Jahr 40.000 Schweine unter dem neuen Label zu vermarkten.
 
Dabei gehe es zunächst um Frischware, nach einer Anlaufphase auch um eine Weiterverarbeitung zu Wurst und Schinken. Über die Vermarktung sei man derzeit mit mehreren Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und der Fleischwarenindustrie in Vertragsgesprächen. Für unbegründet hält man bei Vion Befürchtungen, mit der künftigen Premiumware werde Standardware diskriminiert. Vielmehr handle es sich bei der neuen Qualitätsstufe um ein zusätzliches Angebot, das keine andere Ware herabsetze.

ISN fordert Kostenehrlichkeit

Die Schweinehalter, die für das Tierschutzbund-Label produzieren, erhalten einen pauschalen Aufschlag im zweistelligen Bereich. Für den einzelnen Landwirt stelle sich die große Frage, ob sich Investitionen, um die Anforderungen eines Tierwohllabels zu erfüllen, lohnen, stellt die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter (ISN) fest.  Die ISN hat für Beispielbetriebe nachgerechnet. Interessierte können die Ergebnisse im Mitgliederbereich unter dem Thema Tierschutz herunterladen. In dem Beitrag werden auch die verschiedenen bekannten Initiativen und ihre Anforderungen verglichen.  Eins stehe für die ISN fest: Der Aufpreis der an der Ladentheke für Tierwohlprodukte verlangt wird, müsse auch als Mehrerlös bei den Landwirten ankommen.
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