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26.000 Schweine täglich

Vion-Schlachthof: Angebot von italienischem Investor abgelehnt

Schweinehälften im Schlachthof
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Eva Eckinger, agrarheute
am
06.11.2017

Ein italienischer Investor wollte aus dem ehemaligen Vion-Schlachthof in Zeven einen Großschlachthof machen. Die Stadt aber lehnte ab. Das Landvolk versteht diese Entscheidung nicht.

Im Vion-Schlachthof in Zeven im Kreis Rotenburg in Niedersachsen wurden Ende April die Türen geschlossen. Nun wollte ein italienischer Investor dort einen Großschlachthof realisieren. Die Stadt aber lehnte das Angebot ab.

Das Landvolk Niedersachsen versteht diese Entscheidung nicht und erklärt sich in einer Pressemitteilung.

Schlachthof: 26.000 Schweine täglich

Die Kreisstadt Rotenburg/ Wümme werbe auf ihrer Internetseite groß für das verkehrsgünstig gelegene Gewerbegebiet Hohenesch, so das Landvolk. Der italienische Fleischkonzern Bresaole Pini habe sich offenbar von der Werbung angezogen gefühlt und stellte eine Anfrage.

Man wollte wissen, ob auf einer 100.000 Quadratmeter großen Fläche ein Schlachthof gebaut werden könne. Dort sollten 26.000 Schweine pro Tag geschlachtet werden, heißt es.

Stadt entscheidet gegen Großschlachthof

Die Ratsmitglieder um Bürgermeister Andreas Weber (SPD) entschieden sich jedoch dagegen. Offenbar hatte man Sorge um mögliche soziale Brennpunkte, die durch die Fremdarbeiter entstehen könnten, berichtet das Landvolk. Auch in Cloppenburg seien die Italiener bereits abgelehnt worden.

Landvolk versteht Ablehnung des Schlachthofes nicht

Das Landvolk Rotenburg-Verden könne diese Entscheidung nicht nachvollziehen. In einer öffentlichen Stellungnahme begrüßen die beiden Vorsitzenden Jörn Ehlers (Holtum-Geest) und Christian Intemann (Bothel) das Interesse des Investors.

"Für die Schlachtung von rund 720.000 Mastschweinen aus den Landkreisen Rotenburg und Verden sowie unseren Nachbarlandkreisen mussten nach dem Ende der Ära Vion neue Betriebe gesucht und längere Fahrzeiten in Kauf genommen werden", erklärte Ehlers, der selbst Schweinemäster ist.

Weitere Transportwege, weniger Tierwohl und Regionalität

Der Vorsitzende führt nicht nur die weiteren Transportwege für die Tiere an, die höhere Kosten mit sich bringen würden. "Die Verbraucher fordern ja nicht nur mehr Tierwohl, sondern setzen vermehrt auf Regionalität", so Ehlers. In den Kreisen Rotenburg und Verden gebe es nur noch sehr wenige kleine Schlachtereien, von denen ein paar wenige Landwirte profitieren und nur geringen Stückzahlen verarbeitet werden.

Positiv für Preisregulierung im Schweinemastbereich

Darüber hinaus würde sich ein zusätzlicher Schlachtbetrieb eher positiv auf die Preisregulierung im Schweinemastbereich auswirken. Für die beiden Vorsitzenden mute es seltsam an, dass die Politik im April noch die Vion-Schließung kritisiert hatte und nun keine Chance für einen Neuanfang mit den Italienern sieht.

"Ich finde die Reaktion voreilig", bedauert Ehlers die Entscheidung der Stadt.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen, Landvolk Rotenburg-Verden

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