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Klassifizierung Schlachtschweine

Vion stellt auf Auto-FOM III Maske um

ISN/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
27.04.2016

Das Schlachtunternehmen Vion stellt die Klassifizierung und Abrechnung von FOM-Schweinen auf Auto-FOM III Maske um. Was das bedeutet, lesen Sie hier.

Schwein schaut aus der Stallbucht

Vion ist nach Tönnies das zweite Unternehmen, das den Muskelfleischanteil (MFA) für die Abrechnung der FOM-Schweine mittels Auto-FOM III Gerät ermitteln wird, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN). Ab dem 9. Mai 2016 wird Vion diese Methode anwenden. Die Klassifizierung mit der Nadel wird dann bei Vion nicht mehr zum Einsatz kommen.

Die Umstellung betrifft die Standorte Emstek und Zeven. Im nordwestdeutschen Raum wird dann ein Großteil aller angelieferten Schweine, die nach FOM abgerechnet werden, nach dieser Methode klassifiziert. Damit ändert sich die Maske: Sie wird um zwei Prozentpunkte nach oben verschoben. Die Abrechnung nach FOM wird weiterhin möglich sein, teilt das Unternehmen mit.

Vion und Tönnies FOM-Masken: Darin liegen die Unterschiede

Die FOM-Masken von Vion Nordwest und Tönnies weisen nach der Anpassung nach wie vor Unterschiede im Gewichtsbereich auf.

  • Die Vion-Maske bevorzugt mit einem Normalbereich von 86 kg bis 105 kg eher schwerere Schweine.
  • Bei Tönnies liegt das abzugsfreie Gewicht bei 85 kg bis 103 kg.

Bezogen auf die Aufschläge für den Muskelfleischanteil unterscheiden sich die Masken nicht. Auch die immer wieder kritisierten Korrekturabzüge für Schweine mit weniger als 0,93 Indexpunkten je Kilo sind weiterhin Bestandteil der Vion-Maske, so die ISN.

Auto-FOM III: Das zeigen die ersten Erfahrungen

  • Erste Erfahrungswerte aus der Umstellung bei Tönnies zeigten, dass nicht alle Herkünfte eine Verbesserung des MFA um die angegebenen zwei Prozentpunkte erreichen.
  • Vor allem bei Genetiken, die leicht zur Verfettung neigen, sprich Betriebe mit Duroc-Genetik, können schlechter abschneiden.
  • In der Praxis: Für einige Betriebe soll sich eine Umstellung auf die Abrechnung mit Auto FOM-Maske als sinnvoll erwiesen haben.
  • Um die Verfettung zu verhindern, kann auch eine Anpassung der Fütterungsstrategie überdacht werden.
  • Generell gelte, die Veränderungen auf den Abrechnungen zu erkennen und zu hinterfragen. Bei Problemen sei es meist hilfreich, den Vermarkter direkt anzusprechen. Oftmals bestehe durchaus Spielraum bei den Konditionen, meldet die ISN.

ISN befürwortet die Umstellung auf Auto-FOM III

Die Umstellung hin zu berechneten Werten aus dem Auto-FOM III Gerät und weg von der manuellen FOM-Klassifizierung ist aus Sicht der ISN zu befürworten. Somit entfällt der  Bedienereinfluss der veralteten FOM-Technik. ISN zufolge wird der MFA mit der neuen Methode genauer und besser geschätzt.

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