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Afrikanische Schweinepest

Vorteile als ASP-Statusbetrieb nutzen

Wildschwein im Wald
am Donnerstag, 23.04.2020 - 10:17 (Jetzt kommentieren)

Die Änderung der Schweinepestverordnung erleichtert für Betriebe in ASP-Restriktionszonen die Vermarktung von Schlachtschweinen.

Ende März 2020 beschloss der Bundesrat eine Änderung der Schweinepestverordnung. Dabei ging es  im Wesentlichen um die Umsetzung des EU-Durchführungsbeschlusses in deutsches Recht. Dies betrifft insbesondere die Regelung für die Einstufung als sogenannter "ASP-Statusbetrieb". Für Betriebe in Restriktionszonen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zeichnen sich dadurch Erleichterungen hinsichtlich der Vermarktung von Schlachtschweinen ab. 

Betriebe, die diesen Status führen, dürfen im Falle des Auftretens der ASP in einem gefährdeten Gebiet Schweine verbringen. Durch die Angleichung der Schweinepestverordnung an den EU-Durchführungsbeschluss wurde erreicht, dass Schweine haltende Betriebe schon vor einem möglichen ASP-Ausbruch den sogenannten Status erlangen können. Damit wird erreicht, dass es zum Zeitpunkt eines möglichen ASP-Ausbruchs nicht durch ein massives Probenaufkommen zur Überlastung von Laboren und zu Verzögerungen bei der Schweinevermarktung kommt. 

Im Krisenfall unmittelbar als "Statusbetrieb" anerkannt werden

Dank der Änderung können Betriebe den Status schon vorsorglich durch die Teilnahme an einem sogenannten ASP-Früherkennungsprogramm erlangen. Die Statuserlangung setzt den Nachweis einer kontinuierlichen Beprobung von zwei Falltieren pro Woche und eine zweimal jährliche klinische Untersuchung aller Schweine im Bestand voraus.

Das im Betrieb etablierte Früherkennungsprogramm ist die Voraussetzung für den Status und wird nach einem ASP-Ausbruch bei Wildschweinen unmittelbar von der zuständigen Behörde anerkannt.

Vorgeschriebene Desinfektion von Fahrzeugen und Einsatz von Zäunen zur Prävention

Neben dem Erlangen des ASP-Statusbetriebs betreffen die Veränderungen der Schweinepestverordnung Desinfektionsmaßnahmen für Fahrzeuge. Zukünftig muss ein Verantwortlicher für die Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen und Ausrüstungen bei Schweinetransporten klar benannt werden, wenn diese zuvor einen Betrieb in ASP-Risikogebieten in der EU angefahren haben und dann einen Betrieb im Inland ansteuern.

Darüber hinaus wird empfohlen, die Verwendung von Zäunen zum Schutz von ASP-freien Gebieten in die Prävention einzubeziehen. Es soll demnach möglich sein, unter bestimmten Voraussetzungen auch Absperrmaßnahmen in anderen Gebieten als dem Kerngebiet zu ergreifen. Zudem werden die Befugnisse für zuständige Behörden bei Betretungsverboten und Desinfektionsanordnungen in ASP-gefährdeten Gebieten erweitert. Nach Maßgabe der Länderkammer sollen nicht nur Viehhändler, sondern auch Sammelstellen zur Vermeidung der Ausbreitung von Tierseuchen verpflichtet werden.

Mit Material von ISN

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