Login
Schwein

Weidemark: Neue Maske benachteiligt Mäster

von , am
14.10.2010

Seitdem das zur Tönnies-Gruppe gehörende Schlachtunternehmen Weidemark in Sögel auf das neue Abrechnungssystem umgestellt hat, fallen fast ein Drittel der Tiere aus den Zuschlägen heraus. Das hat die ISN festgestellt.

Weidemark wendet die bestehende Abrechnungsmaske seit 1. Oktober 2010 nur noch für die Schlachtschweine an, die mindestens ein geschätztes "Schinken schier"- Gewicht von 18,4 Kilo nach Auto-FOM aufweisen.

Schweine mit niedrigeren Schinkengewichten erhalten für Magerfleischanteile zwischen 56 Prozent und 57 Prozent einen Zuschlag von nur noch 0,01 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (EUR/kg SG). Weitere Zuschläge werden nicht ausgezahlt.

Bis zu 50 Prozent ohne Zuschläge

Diese Ankündigung vom 13. September ist aus Sicht der ISN für die Schweinehalter zu kurzfristig, um ihre Lieferpraxis anzupassen. Die Vermutung, dass die Mäster die Zeche zahlen werden, bestätige eine Datenerhebung der ISN. Eine stichprobenhafte Überprüfung von Schlachtprotokollen hat ergeben, dass im Durchschnitt 30,5 Prozent der angelieferten Tiere der neuen Regelung zum Opfer fallen und aus dem Zuschlagssystem herausfallen.

Die Spanne reicht von 10,3 Prozent bis zu 56,3 Prozent der Tiere. Das bedeutet, dass im "schlechtesten Fall" jedes zweite Schwein keine Zuschläge für hohe Magerfleischprozente erhielt.

Schwerere Schweine verstärken Preisdruck

Bei genauer Betrachtungsweise ist festzustellen, dass der Anteil der Ausfälle durch das neue System mit steigenden Schlachtgewichten und daraus resultierend sinkenden Muskelfleischanteilen abnimmt. Nun sind die Weidemark-Lieferanten kurzfristig gezwungen, ihre Schweine tendenziell schwerer abzuliefern und gleichzeitig mögliche Abstrafungen durch zu hohe Schlachtgewichte hinzunehmen. Es wird die Kunst sein, ein optimales Verhältnis von Schlachtgewicht zu Schinkengewicht bezogen auf die Auszahlung zu erreichen.

"Allerdings müssten die Mäster angesichts steigender Futtermittelpreise eigentlich eher leichtere Schlachtschweine abliefern", bemerkt isn-Mitarbeiterin Anna-Kathrin Bach. Zudem steige durch die höheren Schlachtgewichte auch die ohnehin schon große Angebotsmenge am Schweinefleischmarkt nochmals. (dlz agrarmagazin)

Auch interessant