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Werksschließung: Vion schließt Schlachthof Zeven

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Vion Werk in Zeven
Vion schließt seinen Schlachthof in Zeven © Oliver Krato/Vion
von , am
09.03.2017

Fleischproduzent Vion schließt seinen Schlachthof in Zeven (Rotenburg/Wümme). Dort sind über 300 Menschen beschäftigt. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten erfuhren heute Mittag von der Umstrukturierung.

Laut einer Pressemitteilung soll der Schlacht- und Zerlegebetrieb von Vion in Zeven zum "nächstmöglichen Zeitpunkt - spätestens aber zum 28. April" geschlossen werden. Der endgültige Beschluss wird auf der außerordentlichen Aktionärsversammlung am 19. April gefasst.

In Niedersachsen gibt es dann nur noch den Vion-Standort in Emstek (Cloppenburg). Schweine aus dem Tierschutzlabel-Programm werden im brandenburgischen Perleberg verarbeitet.

Betrieb in Zeven nicht wirtschaftlich

Dr. Heinz Schweer
Dr. Heinz Schweer, Aufsichtsratsvorsitzender der Vion Zeven AG und Direktor Landwirtschaft der Vion Food Group © Oliver Krato/Vion

Warum musste der Standort schließen? Dr. Heinz Schweer, Aufsichtsratsvorsitzender der Vion Zeven AG und Direktor Landwirtschaft der Vion Food Group, erklärte den Schritt damit, dass der Betrieb in Zeven seit mehr als vier Jahren nicht mehr wirtschaftlich sei. Die Verluste beliefen sich auf einen hohen siebenstelligen Betrag.

Die Hoffnung, eine Zulassung für den Export von Schweinefleisch nach China zu erhalten, habe sich leider nicht erfüllt. "Damit hätten wir fünf Euro mehr pro Schwein erlösen können, was wiederum eine Perspektive für Zeven gewesen wäre", sagte Schweer. Den Zuschlag für China bekam allerdings Vogler Fleisch, der inzwischen insolvent ist.

Ehlen: "Schließung ein krasser Schritt"

Die Ankündigung Vions löste Bestürzung aus. "Das ist eine mittlere Katastrophe", kommentierte Hans-Heinrich Ehlen. Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister sitzt als Vertreter der Landwirte in den Gremien. Für die Region Zeven sei es sowohl wegen der fehlenden Gewerbesteuer als auch wegen der großen Zahl der betroffenen Mitarbeiter ein „krasser Schnitt“.

Ehlen bedauerte, dass es trotz großer Anstrengungen nicht gelungen sei, den Standort zu sichern. „In Zeiten von Tierwohl ist es nicht gut, dass unsere Bauern längere Transportwege in Kauf nehmen müssen“, sagte Ehlen.

Mehr Schlachtungen in Emstek

Bisher habe Zeven immer von der guten Lage im Elbe-Weser-Dreieck profitiert. Sogar Landwirte aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren Kunden. Zuletzt wurden bis zu 19.000 Schweine pro Woche geschlachtet und verarbeitet.

Die sollen nun nach Emstek wandern, wo offenbar in der aktuellen Produktion noch „Luft nach oben“ bestehe. Zusätzlich soll ein Antrag auf eine Erweiterung von 70.000 auf 80.000 Stück gestellt werden. Dort gebe es außerdem alle nötigen Zertifizierungen für den Export.

2015 hat Vion eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro erzielt. Seit 2013 gab es Schlagzeilen über wirtschaftliche Probleme des Schlachtkonzerns. Bei den Top-10 der deutschen Schlachthöfe belegte Vion 2015 den zweiten Platz, mit einem Marktanteil von knapp 15 Prozent.

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Hungerkamp
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