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Tierschutz

Westfleisch zum ZDF-Beitrag „Kranke Schweine, krankes System?"

Nach dem Verdacht wegen Tierschutzverstößen auf Zulieferbetrieben kündigt das Schlachtunternehmen Westfleisch an, den Verdacht ernst zu nehmen und ihm nachzugehen.
am Donnerstag, 22.09.2022 - 15:40 (Jetzt kommentieren)

Der ZDF-Sendung frontal und dem Spiegel wurden Aufnahmen aus mehreren Zulieferbetrieben des Schlachtunternehmens Westfleisch zugespielt. Diese zeigen teilweise schwere Tierschutzverstöße. Westfleisch bezieht Stellung.

Die Tierrechtler des Deutschen Tierschutzbüro e.V. haben erneut heimlich über mehrere Monate in Schweineställen gefilmt. Darunter waren auch sieben Schweinemastbetriebe, die das Schlachtunternehmen Westfleisch beliefern.

Die der ZDF-Sendung frontal und dem Spiegel zugespielten Aufnahmen zeigen teilweise schwere Tierschutzverstöße. In dem Bericht von frontal heißt es unter anderem, dass die Bilder sich seit Jahren gleichen und sich nichts ändern würde. Es würden katastrophale Zustände herrschen. Deshalb behauptet das Deutsche Tierschutzbüro, dass es sich nicht um Einzelfälle handle, sondern dass das ganze Schweinesystem krank sei.

Preise werden gesenkt, mehr Tierwohl gefordert

Der Beitrag geht aber auch darauf ein, wie schwer es Schweinehalter derzeit haben. So werde seit Jahren in der Politik über den Umbau der Landwirtschaft gestritten, seit Jahren passiere aber wenig konkretes.

Zu wenig Geld stehe für mehr Tierwohl zur Verfügung. Noch schlimmer: Lebensmitteleinzelhändler wie Aldi und Lidl würden immer wieder die Preise senken. Viele Landwirte ständen vor dem Aus und das Tierwohl bleibe auf der Strecke.

Westfleisch will möglichen Tierschutzverstößen nachgehen

In einer Stellungnahme von Westfleisch heißt es, dass die gezeigten Aufnahmen auch das Schlachtunternehmen betroffen machen. Für Westfleisch stehe das Wohlergehen der gehaltenen Tiere immer an erster Stelle.

Das Schlachtunternehmen macht darauf aufmerksam, dass seine Zulieferbetriebe auf verschiedene Weise regelmäßig überprüft würden – unter anderem in Form von unangekündigten Spot-Audits durch QS GmbH Qualität und Sicherheit. Wer dabei durchfällt und sein QS-Siegel verliert, scheide als Westfleisch-Zulieferer automatisch aus. Entsprechend nähme man auch die Vorwürfe gegen die einzelnen Tierhalter sehr ernst und gehe ihnen mit aller Entschiedenheit nach.

Keiner der angprangerten Betriebe von Veterinäramt gesperrt

Westfleisch-Mitarbeitende hätten direkt Kontakt mit den betroffenen Landwirten, mit den amtlichen Veterinären sowie der QS aufgenommen. Die Veterinärämter würden die betroffenen Betriebe engmaschig kontrollieren. Derzeit lägen Westfleisch keine Informationen zu einer amtlichen Sperre vor.

Weiterhin seien alle Betriebe nach Durchführung eines QS-Sonderaudits in den vergangenen Tagen lieferberechtigt. Bis zur endgültigen Klärung aller Vorwürfe würde das Unternehmen sich aber sanktionierende Maßnahmen bis hin zur Kündigung der Lieferverträge vorbehalten.

Mit Material von ZDF, Westfleisch

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