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'Wirksame Waffen' gegen die Afrikanische Schweinepest

von , am
07.04.2014

Berlin - Die verantwortlichen Behörden müssen die geplante Stand-Still Regelung für den Seuchenfall unverzüglich und rechtsverbindlich umsetzen.

Eine Schweinerei? Die SZ will der Initiative Tierwohl "Geldprobleme" andichten. © Mühlhausen/landpixel
Das fordern die Mitglieder des Fachausschusses Vieh- und Fleischwirtschaft des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). "Eine Seuchenverschleppung ist in den ersten Stunden fatal. Erfahrungen bei den letzten Seuchenausbrüchen zeigen, dass eine verzögerte Umsetzung und damit der freiwillige Verzicht auf Tiertransporte aus nachvollziehbaren Gründen unterwandert wird", so der Fachausschussvorsitzende Rudolf Festag.
 
Deshalb ist eine rechtsverbindliche Umsetzung, beispielsweise über den elektronischen Bundesanzeiger, der einzig Erfolg versprechende Lösungsweg. Die Stand-Still Regelung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zu Beginn des Seuchengeschehens und wird vom DRV-Fachausschuss Vieh- und Fleischwirtschaft ausdrücklich unterstützt.

Prävention ist besser als Seuchenbekämpfung

"Prävention ist besser als Seuchenbekämpfung. Deshalb engagieren sich der DRV und seine Mitgliedsunternehmen für eine umfangreiche Aufklärungskampagne", so Festag. Es werden gezielte Informations- und Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter sowie landwirtschaftliche Mitgliedsbetriebe erstellt. Es geht sowohl um die Sensibilisierung zur besonderen Vorsicht im täglichen Umgang mit Nutztieren als auch um entsprechende Vorbeugemaßnahmen wie gründliche Reinigung und Desinfektion auf allen Prozessstufen.

Speisereste nicht achtlos wegwerfen

Die Umsetzung einer guten Betriebshygiene ist ein wichtiges Kernelement, um Seuchen aus deutschen Ställen fern zu halten. Allerdings entsteht die Gefahr der Einschleppung nicht nur durch Hausschweine, sondern auch durch Wildschweine, z. B. durch fahrlässig weggeworfene Speiseabfälle vor allem an Verkehrswegen.
 
Der DRV hat deshalb aktuell Informationen für ausländische Saisonarbeiter in verschiedenen Sprachen verschickt. Die Merkblätter richten sich sowohl an Schweinehalter als auch an Beschäftigte in anderen landwirtschaftlichen Sparten.

Gute Betriebshygiene und schnelles Handeln

Die beginnende Spargelsaison erhöht zudem die Gefahr der Virus-Einschleppung über tierische Lebensmittel, die von Saisonarbeitskräften mitgebracht werden. Die Afrikanische Schweinepest als auch die Klassische Schweinepest können anhand der klinischen Symptomatik bislang nicht eindeutig festgestellt werden. "Ich appelliere an die verantwortlichen Betriebsleiter, das Instrument der Ausschlussdiagnostik verstärkt zu nutzen. Die gezielte Beprobung von kranken Tieren mit auffälliger klinischer Symptomatik hilft, einen möglichen Seuchenausbruch frühzeitig zu erkennen", so Rudolf Festag.

Viele weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest finden Sie in unserem Themendossier ...

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