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Schweinemarkt

Wurst-Studie sorgt für Preissturz

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Katharina Krenn, agrarheute
am
09.11.2015

Die Schweinepreise sind auf einem neuen Tiefstand angelangt. Die Veröffentlichung der WHO-Studie, in der Fleisch als krebserregend erklärt wurde, hat die Nachfrage gebremst.

Die Schweinepreise sind Anfang November auf den tiefsten Stand seit Februar gefallen. In den vergangenen zwei Wochen ist der Preis für Schlachtschweine um zirka 9 Cent gefallen. Neben dem nach wie vor enorm hohen Angebot, habe nun die Krebsstudie der IARC, der internationalen Krebsforschungsagentur der WHO, für einen Nachfragerückgang gesorgt, erklärt der ISN-Marktreferenz, Matthias Quaing, in einem Interview. Auch agrarmanger-Marktexperte Dr. Olaf Zinke ist der Ansicht, dass die Verunsicherung des Verbrauchers durch die WHO-Meldung den Schweinepreis empfindlich trifft. Allerdings sei, so die Meinung Zinkes, der Nachfragerückgang nur kurzfristig und normalisiere sich bald wieder.

Hauspreispolitik befeuert Abwärtsspirale

Für die fortwährende Abwärtsspirale seien jedoch auch die Schlachtunternehmen und der Lebensmittel-Einzelhandel verantwortlich, erklärt Quaing.  "Durch Hauspreise und Hauspreisdrohungen haben insbesondere die vier großen Schlachtunternehmen Tönnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown eine Abwärtsspirale der Preise kräftig befeuert. Selbst der jüngste Preisrückgang um 5 Cent reicht den Großen der Branche nicht aus und es werden Hauspreise gezahlt." Zudem  hätten gerade diese Unternehmen eine Größe, mit der sie dem Lebensmitteleinzelhandel Paroli bieten könnten.

Foto-Aktion gegen Ramschpreise

Außerdem drücke der Lebensmittel-Einzelhandel die Preise, wo er nur kann. Quaing führt unter anderem den Discounter Netto an, der momentan gemischtes Hackfleisch für 1,99 Euro je kg anbietet. "Scheinbar ist es für die LEHler zu leicht, den Lieferanten zu wechseln, wenn der sich nicht auf jede noch so unverschämte Preisforderung einlässt", sagt Quaing im Interview.  

Die ISN ruft vor diesem Hintergrund zu einer neuen Aktion auf. Landwirte und Verbraucher sollen die Rabattschlachten der Discounter aufdecken. Dafür sollen sie Werbeanzeige und Preisschilder mit Ramschpreisen für Schweinefleisch fotografieren. Gut wäre, wenn auf dem Foto direkt zu erkennen ist, um welches Unternehmen es sich dabei handelt, schreibt die ISN.

Mit der Angabe zu Ort, Unternehmen und Tag der Aufnahme soll das Foto an diese  E-Mail-Adresse gehen:  isn@schweine.net

In Bildern: Schweine richtig mästen

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