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Zuchterfolg: So erhöhen Sie die Zahl der abgesetzten Ferkel

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am Mittwoch, 02.02.2022 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

Mit der Zucht auf die Mütterlichkeit von Sauen soll die Zahl und Qualität der abgesetzten Ferkel erhöht werden. So funktioniert es.

Es geht um Faktoren wie Mütterlichkeit, Aufzuchteffizienz und Langlebigkeit der Sauen: Landwirte fragen sich vermehrt, wie sich eine Sau verhalten muss, damit von den lebend geborenen Ferkeln möglichst viele überleben und als vitale Ferkel abgesetzt werden können. Wie lässt sich die Homogenität der Würfe verbessern? Wie sieht die Sau mit der besten Gesamtrentabilität aus?

„Aber es geht um mehr als nur um Rentabilität. Vom Tierschutzgedanken her möchte ich wieder eine Sau, die ihre Ferkel selbst aufziehen kann“, sagt Claus-Peter Schmidt. Der Landwirt aus Neuenstein im Hohenlohekreis hält zusammen mit seiner Frau Ulrike 140 bis 150 Sauen. „Unser Hauptbetriebszweig ist die Vermarktung von Hybrid-Jungsauen aus dem German Genetic-Konzept.“

Mütterlichkeit bei Sauen gefragt

Claus-Peter Schmidt setzt im Schnitt über 30 Ferkel pro Sau und Jahr ab. Er will die über die Jahre gestiegenen Wurfleistungen damit verbinden, dass es der Sau gut geht. „Obwohl wir Jungsauenvermehrer sind, möchten wir Sauen, die möglichst lange im Betrieb bleiben. Unsere älteste Sau säugt derzeit ihren 16. Wurf, im Schnitt schaffen die Sauen zehn Würfe.“

Mit den Themen Mütterlichkeit und Umgänglichkeit befassen sich auch zwei neue Ansätze: German Genetic als Genetiksparte des Schweinezuchtverbands Baden-Württemberg hat den Maternal-Faktor für Muttertierrassen entwickelt. Er bildet die Aufzuchtleistung einer Sau ab.

In einem EIP-AGRI-Projekt geht es ebenfalls um diese Themen. Ziel ist die Entwicklung eines Züchtungskonzepts zur Verminderung von Verlusten und Förderung der Vitalität. Die Differenz zwischen lebend geborenen und abgesetzten Ferkeln soll verringert und damit die Aufzuchtleistung effektiv gesteigert werden. Hier spielen die Milch- und Säugeleistung sowie das Verhalten von Sauen eine Rolle.

Der Maternal-Faktor für mehr vitale Ferkel

Der Maternal-Faktor versucht dies zu erreichen, indem er folgende vier Teilzuchtwerte mathematisch zusammenfasst:

  • abgesetzte Ferkel im erster Wurf,
  • abgesetzte Ferkel im zweiten Wurf und in den Folgewürfen,
  • Aufzuchteffizienz im ersten Wurf,
  • Aufzuchteffizienz im zweiten Wurf und in den Folgewürfen.

Die Aufzuchteffizienz ist dabei mit 60 Prozent gewichtet und beschreibt, wie viele der lebend geborenen Ferkel die Sau auch wirklich absetzt. Damit lassen sich Rückschlüsse auf die Mütterlichkeit schließen. Denn Sauen, die ihre Ferkel beißen oder erdrücken, setzen am Ende weniger ab.

Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich. Sauen mit hohem Maternal-Faktor weisen in der Praxis die geringsten Ferkelverluste auf und setzen somit die meisten Ferkel ab.

Robuste Sau bringt viele Ferkel

Die teilnehmenden Landwirte sind froh über den Maternal-Faktor und die ersten Ergebnisse aus dem EIP-Projekt überzeugen sie. Sie halten es für vorstellbar, dass künftig über die Basis- und Hybridvermehrungszuchtbetriebe hinaus auch züchterisch interessierte Eigenremontierer mit Blick auf Mütterlichkeit und Aufzuchteffizienz arbeiten.

Damit wurden die Zeichen der Zeit erkannt. Mit diesen objektiven Werkzeugen, ergänzend zum eigenen Beobachten und Umgang mit den Tieren, können die Sauenhalter in die Zukunft starten. Die so selektierten Sauen bringen gute Voraussetzungen für die gesellschaftlich gewünschten Haltungsformen der Zukunft – wie das freie Abferkeln – mit. Es sind gesunde und robuste Sauen, die dank hoher Aufzuchtleistungen eine lange Nutzungsdauer und hohe Lebensleistungen versprechen. Gleichzeitig erhöht sich die Ferkelqualität und die Homogenität der Würfe.

Maternalfaktor: Mit guten Muttersauen zu fitten Ferkeln

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