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Initiative Tierwohl

Zukunft ITW: 3,30 Euro pro Schwein für diese Pflichtkriterien

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
28.11.2016

Schweinehalter, die künftig an der Initiative Tierwohl teilnehmen wollen, müssen zwei Pflichtkriterien einhalten. Dafür sind feste Vergütungen vorgesehen.

Dr. Robert Römer

Wer in der Schweinehaltung ab 2018 weiterhin an der Initiative Tierwohl freiwillig teilnehmen will, muss neben den bisherigen Grundanforderungen zwei Pflichtkriterien einhalten. Dies sieht der Entwurf des Kriterienkataloges für den Zeitraum 2018 bis 2020 vor. Die zuständigen Fachgremien müssen den Kriterienkatalog aber noch verabschieden. Voraussichtlich soll dies im Dezember der Fall sein, stellte Dr. Robert Römer, QS GmbH, auf der BBV-Woche der Erzeuger und Vermarkter vor Vertretern der Vieherzeugermeinschaften in Herrsching vor.

Initiative Tierwohl: Das sind die neuen Pflichtkriterien

Die zwei Pflichtkriterien sind für alle Schweinehalter zusätzliches Beschäftigungsmaterial und zehn Prozent mehr Platz. Dafür sollen Schweinemäster 3,30 Euro pro Tier an Vergütung bekommen, Ferkelaufzüchter 0,95 Euro pro Tier und Sauenhalter 2,0 Euro je Ferkel. Die Grundanforderungen enthalten wie bisher Basiskriterien wie QS-Teilnahme, Stallklima- und Tränkewassercheck sowie Tageslicht. Sie werden wie bisher mit pauschal 500 Euro pro Betrieb vergütet.

Initiative Tierwohl: Entschädigung beträgt maximal 5,10 Euro je Tier

Daneben können Landwirte freiwillig weitere Kriterien wählen wie:

  • 20 Prozent höheres Platzangebot,
  • Raufutter,
  • Scheuermöglichkeit,
  • Luftkühlung oder
  • Saufen auf offener Fläche.

Je nach Betriebszweig sind dafür unterschiedliche Vergütungen vorgesehen. Die Ebermast ist nicht mehr als Kriterium enthalten, da ab 2019 das betäubungslose Kastrationsverbot als gesetzliche Auflage greift. Insgesamt können Schweinemäster nach dem vorliegenden Entwurf maximal eine Entschädigung von 5,10 €/Tier erhalten, Ferkelaufzuchtbetriebe 1,35 €  und Sauenhalter 2,80 Euro.

Initiative Tierwohl mit verbessertem Anmeldeverfahren vorgesehen

Auch das Anmeldeverfahren für die neue Periode 2018 bis 2020 soll geändert werden, so QS-Experte Römer. Ziel ist es, dass Landwirte früher erfahren, ob sie an der Initiative teilnehmen können, bevor sie Investitionen tätigen. Zudem ist vorgesehen, dass in einer ersten Runde Betriebe, die bisher schon an der Initiative Tierwohl teilnehmen und die auf der Warteliste stehen, sich anmelden können. "Dafür setze ich mich in den Fachgremien ein", versicherte BBV-Präsident Walter Heidl vor Vertretern der Vieherzeugergemeinschaften. 

Budget reicht für 4.800 Schweinehaltende Betriebe

Sollten nach der ersten Antragsrunde noch finanzielle Mittel übrig sein, könnten sich in einer zweiten Antragsrunde weitere Schweinehalter an der Initiative beteiligen.Von 2018 bis 2020 sollen nun jährlich rund 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die Unternehmen des teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandels würden dann ein Entgelt von 6,25 ct/kg anstelle von bislang 4,0 ct/kg an die Initiative Tierwohl abführen. Mit dem Budget könnten rund 4.800 Schweine haltende Betriebe bei der Initiative mitmachen. Das entspricht rechnerisch der Anzahl der Betriebe, die derzeit teilnehmen und auch derjenigen, die derzeit auf der Warteliste stehen

Elektronische Ohrmarken in der Schweinehaltung

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