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Geflügel

Schweiz: Weitere Einzelhändler boykottieren Wiesenhof

von , am
15.09.2011

Zürich - Nachdem Anfang der Woche bereits der Diskounter Denner Produkte von Wiesenhof aus dem Handel genommen hat, schließen sich jetzt Migros und Coop an. Hintergrund sind negative Medienberichte.

Als Folge einer ARD-Reportage mit dem Titel 'Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet' haben die drei führenden schweizer Einzelhändler Produkte von Wiesenhof aus dem Handel genommen. © Wiesenhof
Die drei größten Schweizer Einzelhändler nehmen Produkte des in die Kritik geratenen Geflügelproduzenten Wiesenhof aus dem Angebot. Die drei Unternehmen Migros, Coop und Denner bestätigten am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "taz" (Donnerstagausgabe).

Reaktion auf ARD-Reportage

Dies ist eine Reaktion auf eine ARD-Reportage, die Ende August gesendet wurde. Der Titel lautete "Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet". Das Unternehmen aus Visbek in Niedersachsen hatte gegen die Ausstrahlung erfolglos Beschwerde eingereicht. Gezeigt wurden unter anderem Videoaufnahmen, auf denen von Wiesenhof beauftragte Mitarbeiter Puten treten. Das Schweizer Fernsehen zeigte die Aufnahmen am Dienstagabend.
 
Wiesenhof nahm am Mittwoch zunächst keine Stellung. Bei Coop hieß es, das Unternehmen sei vom Filmmaterial "sehr betroffen" und bedauere zutiefst, dass es anscheinend zu diesen Vorfällen gekommen sei. "Aufgrund der erhobenen Vorwürfe gegen Wiesenhof hat Coop als erste Maßnahme unverzüglich einen Belieferungsstopp für Truthahn ausgelöst."
 
PHW-Gruppe: Wir haben Konsequenzen gezogen
 
Die PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, erklärte im Schweizer Fernsehen, dass Wiesenhof aus den Fernsehbildern Konsequenzen gezogen habe. Die in der Reportage gezeigten Mitarbeiter einer externen Firma dürften nicht mehr für Wiesenhof tätig sein.
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