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Geflügel

Schwieriger Putenmarkt keine Momentaufnahme

von , am
22.08.2013

Berlin - Die Putenwirtschaft befindet sich in einer "schwerwiegenden wirtschaftlichen Negativphase", beklagt die hiesige Geflügelwirtschaft. Nicht viel besser sieht es auf dem Eiermarkt aus.

Der Verdacht auf Vogelgrippe in einem 20.000er Putenbestand im Landkreis Cloppenburg hat sich bestätigt. © ccke /fotolia
Die wirtschaftliche Situation auf dem deutschen Putenmarkt hat sich im Laufe dieses Jahres noch einmal dramatisch verschlechtert, wie die MEG Marktinfo Eier & Geflügel in einer Analyse aus der vergangenen Woche feststellt.
 
Mit Nachdruck stimmt die deutsche Geflügelwirtschaft dieser Einschätzung des Marktes zu. Die schwierige Lage der Putenwirtschaft sei aber nicht nur eine Momentaufnahme, sondern eine andauernde und schwerwiegende wirtschaftliche Negativphase.

Sinkende Futterpreise nicht als Argument für niedrigere Einkaufspreise nutzen

Die anhaltend hohen Futterkosten der letzten Monate wurden mit der geringfügigen Anhebung der Auszahlungspreise an die Putenhalter bei weitem nicht ausgeglichen. "Die nun langsam sinkenden Futterpreise dürfen jetzt nicht als Argument vom Handel für eine Senkung der Einkaufspreise genutzt werden, damit wären die deutschen Putenhalter massiv in ihrer Existenz bedroht", sagt Thomas Storck, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Putenerzeuger (VDP) und Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).

Schlechtes Preisniveau auch in der Eierbranche

In diesem Zusammenhang kritisiert auch Bernd Diekmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE) und ebenfalls Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), eine vergleichbare Situation auf dem deutschen Eiermarkt: "Das Preisniveau ist einfach zu niedrig."
 
Maßgeblich verantwortlich sei die Tatsache, dass Eier zur Verarbeitung in Lebensmitteln weitgehend aus dem Ausland stammen, wo mit niedrigeren Tierschutzstandards deutlich kostengünstiger Eier erzeugt werden können. "Die Politik muss endlich eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsform auch bei verarbeiteten Lebensmitteln durchsetzen" appelliert Diekmann. Bei einem jährlichen Verbrauch von rund 217 Eiern pro Kopf in Deutschland stammen dabei rund 50 Prozent aus dem Verzehr eihaltiger Lebensmittel. 
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