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Geflügel

Selbstversorgungsgrad an Eiern sinkt

von , am
22.09.2009

Bonn - Infolge der in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen Umrüstungsaktionen der Legehennenbetriebe auf alternative Haltungssysteme entsteht vorrübergehend ein Defizit in der Eierproduktion.

© Peter Mautsch/Fotolia

Der Selbstversorgungsgrad dürfte in diesem Jahr deutlich sinken und der Importbedarf entsprechend steigen.

Die notwendig gewordene Umstellungswelle von der konventionellen Käfighaltung auf alternative Haltungsformen muss laut Gesetzgeber bis spätestens Ende 2009 abgeschlossen sein. Im Zuge dieser Umstrukturierung rechnet die EMA mit einer deutlich kleineren Konsumeiererzeugung für 2009 in einer Größenordnung von circa zehn Prozent. Bereits im ersten Halbjahr wurde die 2008-er Linie um 7,8 Prozent verfehlt.

Hennenbestand: fast 10 Prozent weniger als im Vorjahr

Der für Anfang Juli gemeldete Hennenbestand lag um 9,8 Prozent unter dem des Vorjahres, so dass die Eierproduktion im Juli wohl erneut deutlich das Ergebnis von 2008 verfehlt haben dürfte. Die Zahl der Kleinbetriebe sinkt In der Umstellungsphase beschleunigen sich die Strukturveränderungen in der Branche: Insbesondere kleinere Betriebe, die nicht in neue Stallsysteme investieren wollen, steigen aus der Produktion aus.

Dass dieser Prozess bereits in vollem Gange ist, belegen die Daten des Statistischen Bundesamtes. Die Zahl der meldenden Betriebe ist stark zurückgegangen. Zur Statistik meldeten sich im Juli dieses Jahres 83 Betriebe weniger als im Vorjahr. Zur Meldepflicht herangezogen werden Betriebe mit einer Haltungskapazität von mindestens 3.000 Hennenplätzen. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Kleinbetriebe mit wenig Hennen noch weiter zurückgeht.

Importbedarf wird dieses Jahr steigen

Der deutsche Selbstversorgungsgrad wird 2009 weiter sinken. Bereits in den letzten zehn Jahren ist ein kontinuierlicher Rückgang von 74,1 Prozent im Jahr 1999 auf 67,4 Prozent im Jahr 2008 zu verzeichnen. Da die EMA von einem stabilen Eierverbrauch in Deutschland ausgeht, werden die Importe zwangsläufig steigen. Inwieweit dieser Importbedarf innerhalb der Gemeinschaft gedeckt werden kann, bleibt abzuwarten. So wird auch EU-weit die Eierproduktion 2009 kleiner ausfallen. In den Folgejahren ist jedoch wieder mit einer wachsenden Produktion und einer höheren Selbstversorgung zu rechnen. (pd)

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