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Schädlingsbekämpfung

So bekämpfen Sie Fliegen biologisch

Stallfliegen im Schweinestall
am Dienstag, 27.06.2017 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Fliegen beeinträchtigen nicht nur das Wohlergehen von Mensch und Tier, sondern können auch zahlreiche Krankheiten übertragen. Neben chemischen und mechanischen Bekämpfungsmitteln ist die biologische Fliegenbekämpfung eine Alternative.

Fliegen führen zu Futterverunreinigungen, Krankheiten und Stress in der Nutztierhaltung. In der Milchviehhaltung ließen sich Einbußen von bis zu 25 % in der Milchleistung feststellen, die durch Fliegen verursacht wurden. Bei Schweinen kann der durch Fliegen hervorgerufene Stress im schlimmsten Fall Kannibalismus auslösen.

Das dlz agrarmagazin hat in seiner Ausgabe Mai 2015 erklärt, wie Sie Fliegen biologisch bekämpfen können.

Biologische Fliegenbekämpfung mit der Güllefliege

Die schwarzglänzende Güllefliege ist etwas kleiner als die Stallfliege. Sie bevorzugt die gleiche Brutstätte und bekämpft den Plagegeist bereits im Güllekeller. Dabei ernähren sich die Larven der Güllefliegen von den Stallfliegenlarven. Zudem ist das Insekt sehr flugträge und hält sich überwiegend im Güllekeller auf. Mensch und Tier werden von ihr kaum belästigt.

Hat sich die Güllefliege einmal fest etabliert, bleibt ihr Wirkung bestehen und bekämpft so erfolgreich die gemeine Stallfliege. Für eine erfolgreiche Ansiedlung darf keine Parasitenbekämpfung mittels Entwurmung oder Desinfektionmittel im Vorfeld durchgeführt werden. Außerdem darf die Gülle nicht komplett abgelassen werden, da sonst die Brut verloren geht.

Güllefliegen werden in speziellen Kartons mit circa 10.000 Güllefliegenpuppen geliefert, die für rund 100 Quadratmeter Stallfläche ausreichen. Die Kosten betragen etwa 15 Euro.

Biologische Fliegenbekämpfung mit Schlupfwespen

Das nur wenige Millimeter große und wärmeliebende Insekt bekämpft die Fliegenmaden im Festmist. Der Parasit legt seine Eier in die Fliegenpuppen. Die Larven der Schlupfwespe ernähren sich während ihrer Entwicklung von den Fliegenlarven. Anstelle des Plagegeists schlüpfen am Ende mehrere Schlupfwespen aus der Puppe. Erwachsene Insekten können sich darüber hinaus auch von Fliegenpuppen ernähren, indem sie sie anstechen und ihre Körperflüssigkeit aussaugen. Das Insekt ist nachtaktiv und daher tagsüber im Stall kaum anzutreffen. Für Mensch und Tier interessiert sich der nützliche Parasit nicht.

Schlupfwespen sind wirksam gegenüber der gemeinen Stubenfliege und der stechenden Stallfliege und helfen dadurch 95 % der im Misthaufen auftretenden Fliegenlarven zu bekämpfen. Die Ansiedlung sollte während des Frühjahrs oder im Sommer stattfinden.

In einem Behälter werden rund 10.000 Schlupfwespenlarven angeliefert und reicht für etwa 100 Quadratmeter Stallfläche. Die Kosten liegen bei circa 19 Euro. Ein jährlicher Neubesatz ist erforderlich, da die Population den Winter nicht überdauert.

Fazit

Die biologische Fliegenbekämpfung ist eine gute Alternative zu mechanischen oder chemischen Maßnahmen. Sie ist relativ unproblematisch in ihrer Anwendung und bedarf nicht viel Zeit. Es besteht keine Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung für Mensch und Tier.

Der Kostenfaktor bei dieser Art der Fliegenbekämpfung liegt jedoch deutlich höher als bei chemischen Anwendungen. Egal, für welche Art der Fliegenbekämpfung man sich auch entscheidet, 100-prozentige Fliegenfreiheit lässt sich in der Nutztierhaltung leider nicht erreichen.

 

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