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Tierschutz

So will das EU-Parlament Tiertransporte verbessern

Rinder auf einem Tiertransporter
am
14.02.2019

Das EU-Parlament fordert strengere Kontrollen, härtere Strafen und kürzere Transportzeiten, um den Tierschutz zu verbessern.

In Bayern fordern Veterinärverbände Langzeittiertransporte zu stoppen, wie agrarheute berichtete. Auch in Straßburg wurde dieses Thema heute stark diskutiert. Das EU-Parlament hat gegenüber der Europäischen Union und seinen Mitgliedsstaaten klare Forderungen bezüglich des Tiertransports gestellt. So sollen die bestehenden Vorschriften zum Schutz transportierter Tiere besser umgesetzt und Straftaten härter verfolgt werden, so das Parlament am Donnerstag.

Die EU-Kommission sollte Sanktionen gegen jene Mitgliedstaaten verhängen, die die EU-Vorschriften nicht ordnungsgemäß anwenden, so die Abgeordneten. Dazu gehöre auch das Einziehen von Fahrzeugen und verpflichtende Fortbildungsmaßnahmen für Personal.

Strengere Kontrollen und bessere Transportfahrzeuge

Mit dem Einsatz von modernen Technologien wollen die Abgeordneten die Umsetzung der geltenden Vorschriften verbessern und Tiere während der Transportdauer lokalisieren. Zudem sollen Echtzeit-Rückmeldungen den Standort zwischen Ausgangs- und Ankunftsort übermitteln.

Das Parlament forderte die nationalen Behörden auf:

  • häufiger unangekündigte Kontrollen durchzuführen,
  • die anderen beteiligten Mitgliedstaaten entlang der Transportroute in Kenntnis zu setzen, wenn sie Verstöße feststellen,
  • die Zulassung von Transportunternehmern auszusetzen oder ihnen diese zu entziehen, wenn die Regeln wiederholt missachtet werden,
  • für den Transport lebender Tiere ungeeignete Fahrzeuge oder Schiffe zu verbieten,
  • die Häfen an die Anforderungen des Tierschutzes anzupassen und die Überprüfung der Transportfähigkeit der Tiere vor dem Verladen zu verbessern.

Die Parlaments-Abgeordneten fordern zudem eine ausreichende Belüftung und Temperaturkontrolle, eine geeignete Wasser- und Flüssigfutterversorgung und eine reduzierte Besatzdichte.

Abkommen mit Drittländer gefordert

Zudem sollte die Beförderungsdauer bei Tiertransporten so kurz wie möglich sein, drängte das Parlament. Die Abgeordneten sprachen sich außerdem für Schlachtungen in den landwirtschaftlichen Betrieben und für mobile Schlachtanlagen aus. Auch kurze Vertriebswege und der Direktverkauf seien ihnen wichtig. 

Ein weiterer Kritikpunkt bezog sich auf Viehtransporte in Drittländer, etwa Usbekistan. Sollten die Tiertransport-Standards der Drittländer nicht den EU-Standards entsprechen, sollte der Transport in diese Länder verboten werden. 

Die Abgeordneten forderten außerdem einen Untersuchungsausschuss zum Tierschutz bei Transporten innerhalb und außerhalb der EU. Damit sollen Verstöße gegen EU-Vorschriften untersucht und Misstände aufgedeckt werden.

Mit Material von Europäisches Parlament
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