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Umfrage zeigt

Mit Städtern über Nutztierhaltung reden, geht am besten hier

Smartphone vor einer Kuhherde
am Freitag, 17.12.2021 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Wenn Sie als Landwirt und Nutztierhalter Wissen vermitteln und mit Vorurteilen in der Gesellschaft aufräumen möchten, dann sind Facebook, Instagram und Co. die beste Wahl. Dies zeigte eine Umfrage.

Sie möchten die Gesellschaft beziehungsweise den Verbraucher über Landwirtschaft und Nutztierhaltung informieren und endlich mit weitverbreiteten Vorurteilen aufräumen? Nutzen Sie Facebook, Instagram und Co., um Städter und andere Menschen, die keine direkten Kontakt mehr zur Landwirtschaft haben, zu erreichen.

Laut einer österreichischen Studie erhalten junge Erwachsene Informationen zur Nutztierhaltung immer mehr über soziale Medien, anstatt durch den direkten Bezug zur Landwirtschaft. Weitere Erkenntnisse der um Juni 2021 durchgeführten Befragung:

  • Das Interesse für diesen Bereich sei im Vergleich zu anderen Themen eher gering und
  • nur knapp die Hälfte der Befragten gab an, die Definition des Begriffes "Nutztier" genau zu kennen.

So holen Sie Städter ab und räumen mit Vorurteilen über die Nutztierhaltung auf

Die Verfasserin der Umfrage, Martina Rieberer, plädiert deshalb für die verstärkte Nutzung von sozialen Medien, um auch die nicht-landwirtschaftliche Bevölkerung besser mit Informationen zu versorgen.

“Landwirtinnen und Landwirte sowie deren Vertreter können soziale Medien optimal für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Feedback lässt auf interaktiven Online-Plattformen meist nicht lange auf sich warten und kann manchmal auch unhöflich sein. Trotzdem: Bäuerinnen und Bauern sollten die Themenhoheit in sozialen Medien nicht jenen überlassen, die die Nutztierhaltung romantisieren oder skandalisieren“.

      Virtuelle Brückenbauer: Agrar-Influencer besser fördern

      Der sinkende Anteil der bäuerlichen Berufsgruppe und die zunehmende Urbanisierung führe zu einer Entfremdung junger Bevölkerungsgruppen von der Nutztierhaltung, meint Josef Plank, Obmann des Vereines "Wirtschaften am Land". Somit hätten sich auch die gesellschaftlichen Erwartungen an die Haltung von Nutztieren geändert. Die Bürger würden Landwirte und deren Beruf in sozialen Medien zunehmend kritisch begegnen.

      "Die Landwirtschaft muss professioneller kommunizieren und auf die Fragen und Wünsche der Jugend eingehen", so Plank. Hier müsse man gezielt auf Agrar-Influencer setzen.

      Herkunftskennzeichnung, Tierschutz, Nutztierhaltung

      Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass sich die Befragten über Themen, welche mit Nutztieren zu tun haben, weniger häufig informieren, als über andere Themen.

      • Über die Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln und den Tierschutz/ Tierversuche informieren sich jeweils 15% sehr häufig.
      • Über die Haltung von Nutztieren im eigenen Land und im Ausland, sowie über Tiertransporte informieren sich nur rund 10% der Befragten sehr häufig.

      Mehr über die Herstellung von Lebensmitteln sprechen

      Hannes Royer, Obmann des Vereins "Land schafft Leben“, setzt ebenfalls auf mehr Kommunikation. Man müsse gemeinsam wieder mehr über die Herstellung von Lebensmitteln sprechen. Je mehr Wissen und Bewusstsein bei den Konsumenten vorhanden sei, desto mehr Wertschätzung werde auch wieder entstehen.

      „Die Menschen interessieren sich immer mehr dafür, woher ihr Essen kommt, und genau hier haben wir eine Möglichkeit, Verbraucher wieder für die landwirtschaftliche Produktion zu begeistern", sagt Royer. Die Bewusstseinsbildung fange bei den Kindern in der Schule an.

      Informationen zur Nutztierhaltung über Social Media

      Befragt wurde 400 Wienerinnen und Wiener. Sie erhalten eigenen Angaben zufolge Informationen zur Nutztierhaltung vorwiegend über Social Media wie Instagram, Facebook und YouTube.

      • Knapp ein Drittel veröffentlichten selbst Medieninhalte zur Nutztierhaltung,
      • die restlichen zwei Drittel der Befragten würden sich in den sozialen Medien überwiegend wie stumme Beobachter verhaltenr.

      Neben Bildern, Filmen und Videos informiert sich mehr als ein Drittel der Befragten zudem über Texte und Artikel in Foren, Online-Zeitungsartikeln oder WhatsApp-Nachrichten. Audioformate wie Podcasts, Hörbücher oder Radio werden weniger oder gar nicht genutzt, um sich mit dem Thema Nutztierhaltung zu beschäftigen.

      Bei Fragen zur Haltung oder Fütterung von Nutztieren nütze man Plattformen wie Wikipedia. YouTube sei hier die zweite Wahl.

      Mit Material von agrarisches Informationszentrum (aiz), Wirtschaften am Land, Demox Research Institut für Markt- und Meinungsforschung

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