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Stärkste Vogelgrippe-Epidemie überhaupt in Europa

Wildgänse Vogelgrippe Geflügelpest
am Donnerstag, 30.12.2021 - 10:30 (1 Kommentar)

Schon der vergangene Winter hatte Deutschland und Europa eine schlimme Vogelgrippe-Welle gebracht. Nun entwickelt sich die Lage noch dramatischer – und der Winter ist noch lang.

Karte FLI Vogelgrippe Geflügelpest

Überlagert von den Meldungen zur Corona-Pandemie spielt sich derzeit – von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt – ein weiteres Drama ab: „Wir erleben in Deutschland und Europa derzeit die stärkste Geflügelpest-Epidemie überhaupt“, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems der Deutschen Presse-Agentur mit.

Täglich kommen neue Fälle hinzu, und das nicht nur bei Wildvögeln. „Ein Ende ist nicht in Sicht, die betroffenen Länder reichen von Finnland über die Faröer Inseln bis Irland, von Russland bis Portugal.“ Auch aus Kanada, Indien und Ostasien kommen Meldungen.

Für die kommenden Winterwochen sind das keine guten Aussichten, heißt es vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit weiter. Es dominiert der Vogelgrippe-Subtyp H5N1. Auch H5N8 kommt in geringem Ausmaß vor. H5N1 gilt auch für Menschen als potenziell gefährlich, eine Infektion kann in seltenen Einzelfällen tödlich enden. Für H5N8 wurden bisher nur wenige Übertragungen auf den Menschen erfasst. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind für beide Subtypen bisher nicht nachgewiesen.

46 Ausbrüche von Vogelgrippe in Geflügelhaltungen registriert

Allein in Deutschland wurden seit Anfang Oktober (bis zum 29. Dezember, Stand 12.30 Uhr) vom FLI 46 Ausbrüche in Geflügelhaltungen registriert, 18 davon in Niedersachsen. Weitere Fälle betrafen Nordrhein-Westfalen (9), Mecklenburg-Vorpommern (8), Schleswig-Holstein (4), Berlin/Brandenburg, Bayern und Thüringen (jeweils 2) sowie Sachsen-Anhalt (1). 

Darüber hinaus wurden 394 Infektionen bei Wildvögeln wie Wildenten, Wildgänsen, Schwänen und Möwen erfasst, hauptsächlich entlang der Küste und insbesondere in Schleswig-Holstein. 

Vogelgrippe auch bei Säugetieren vereinzelt nachgewiesen

Europaweit wurden den FLI-Daten zufolge in diesem Zeitraum 675 Infektionen bei Wildvögeln und 534 Ausbrüche in Haltungen registriert. Hinzu kämen Einzelfälle bei Säugetieren: So seien in diesem Jahr bereits nachweislich Rotfüchse in den Niederlanden und Finnland, Kegelrobben in Schweden, Seehunde unter anderem in Deutschland und Fischotter in Finnland an Vogelgrippe erkrankt.

Israel rechnet mit einem Mangel an Hühnereiern

Die Vogelgrippe betrifft auch andere Regionen derzeit stark. So meldete das israelische Landwirtschaftsministerium kürzlich ein Massensterben in Hennenhaltungen. Hunderttausende Tiere wurden getötet, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Es wird nun mit einem Mangel an Eiern auf dem israelischen Markt gerechnet - monatlich fehlten durch die Vogelgrippe etwa 14 Millionen Eier.

Betroffen von der Krankheit sind nach Medienberichten in Israel auch etwa 20 Prozent der Kraniche, die als Zugvögel aus Südeuropa nach Israel kommen, um dort auf dem Weg nach Afrika Station zu machen. 

Zugvögel verbreiten das Vogelgrippe-Virus über weite Strecken

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit vor allem bei Wasservögeln, die von Zugvögeln oft über weite Strecken verbreitet wird. Schon in der Saison zuvor hatte es von Herbst 2020 bis Frühling 2021 einen gravierenden Seuchenzug mit Millionenschäden in Deutschland und Europa gegeben - der nun wohl noch übertroffen wird. 

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Geflügel ist die Kontrolle und Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen. Geflügelhalter können diese anhand der Tierseuchenampel unter https://risikoampel.uni-vechta.de überprüfen.

Mit Material von dpa

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