Login
Gerichtsurteil

Stalleinbrecher freigesprochen – Staatsanwaltschaft lässt nicht locker

Richterhammer, Waage, Gericht
Wiebke Herrmann, agrarheute
am
18.10.2017

Das Landgericht Magdeburg bestätigt den Freispruch von Tierrechtlern, die 2013 in Ställe einbrachen. Die Staatsanwaltschaft legt Revision gegen das Urteil ein

In der vergangenen Woche bestätigte das Landgericht Magdeburg ein Urteil des Amtsgerichtes Haldensleben aus dem letzten Jahr. Damals waren drei Tierrechtler freigesprochen worden. Sie waren im Jahr 2013 in Ställe einer Schweinezuchtanlage in Sachsen-Anhalt eingebrochen.

Richter setzten keine Strafe für Stalleinbrecher fest

Nach Angaben des Amtsgerichts in Haldensleben hatten die Tierschützer zwar Hausfriedensbruch begangen, jedoch wollten die Richter keine Strafe aussprechen. Das Handeln der Angeklagten sei wegen Notstandes nach § 34 Strafgesetzbuch (StGB) gerechtfertigt gewesen. Die Tierschützer hätten in die Stallungen eindringen dürfen, um auf Missstände in der Haltung der rund 63.000 Schweine aufmerksam zu machen. Es habe Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gegeben, da insbesondere die Kastenstände zu klein waren, begründeten die Richter ihr Urteil.

Staatsanwaltschaft geht in Berufung

Nun legte die Staatsanwaltschaft Magdeburg Revision gegen das Urteil des Landgerichts Magdeburg ein. Sie ist der Meinung, dass sich die Tierschützer eindeutig mit dem begangenen Hausfriedensbruch strafbar gemacht haben. Zudem erkannte die Staatsanwaltschaft keinen Notstand, da eine Anzeige auf Missstände in den Ställen erst vier Monate nach dem Einbruch erstattet worden war. Unmittelbare Auswirkungen auf das Tierwohl können somit ausgeschlossen werden.

Mit Material von ISN/dpa
Auch interessant