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Nutztierhaltung

Steigende Tierarztkosten: So teuer wird es für Nutztierhalter

Die neue Gebührenordnung für tierärztliche Behandlungen tritt am 1. Oktober 2022 in Kraft.
am Samstag, 01.10.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

Nach der Novellierung der Gebührenordnung für Tierärzte steigen die Kosten für Tierhalter teilweise deutlich.

Bereits am 8. Juli 2022 hat der Bundesrat die Neufassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) beschlossen. Ab dem 1. Oktober steigen die Gebühren für tierärztliche Behandlungen teilweise deutlich an. Die letzte Novellierung war im Juli 1999 erfolgt und wurde nun von der neuen Gebührenordnung abgelöst. Die Höhe der einzelnen Gebühren bemisst sich nach dem Ein- bis dreifachen des Gebührensatzes und wird individuell vom Tierarzt vorgegeben. Folgende Punkte spielen dabei eine Rolle:

 

  • Schwierigkeit der Leistung
  • Zeitaufwand
  • Zeitpunkt an dem die Leistung erbracht wird
  • Wert des Tieres
  • örtliche Verhältnisse

Nutztierhaltung: Notdienste werden deutlich teurer

Die Gebühren des tierärztlichen Notdienstes steigen im Vergleich zur vorherigen Gebührenordnung deutlich an. So erhöhen sich die einfachen Gebührensätze für Leistungen die auf Verlangen des Tierhalters Nachts, am Wochenede oder an Feiertagen erbracht werden um 75 Prozent. Bei Haustieren steigt der Satz auf das Doppelte, also um 100 Prozent an. Die besonderen Zeiten, zu denen der Notdienstaufschlag gilt wird von den Praxen selbstständig festgelegt. In der Gebührenordnung sind folgende Zeiträume genau geregelt:

  • Nachts (18 bis 8 Uhr des Folgetags)
  • Wochenende (freitags ab 18 bis montags um 8 Uhr)
  • gesetzliche Feiertage (0 bis 24 Uhr)

Der Satz für den Notdienst darf unter anderem zum Schutz des Tierhalters nur einmalig erhoben werden. Dies gilt auch, wenn im Rahmen des Notdienstes mehrere Tiere eines Tierhalters vom Tierarzt versorgt worden sind.

Höhere Tierarztkosten: Das müssen Tierhalter ab Oktober zahlen

In der Tabelle der Gebührenordnung sind die einfachen Gebühren ohne Umsatzsteuer aufgeführt. Zusätzlich zur Grundgebühr müssen Tierhalter zusätzliche Kosten für Medikamente, Wegegeld und Anfahrtskosten mit einplanen.

Die Grundkosten für eine Beratung ohne Untersuchung liegen beispielsweise bei 11,26 Euro. Für eine Dokumentation werden unabhängig von der Tierart 11,20 Euro berechnet. Für spezielle Untersuchungen im Rinder- und Schweinebereich gelten folgende Gebührensätze:

Schwein:

  • allgemeine Untersuchung plus Beratung: Ferkel 12,34 €, Mastschwein 15,39 € und Zuchtsau 20,54 €
  • Bestandsuntersuchung: Schwein (bis 100 Tiere: 38,16 €, 151 bis 500 Tiere: 50,38 €, ab 500 Tiere: 76,33 €)
  • Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall: 9,17 €

Rind:

  • allgemeine Untersuchung plus Beratung: Rind 20,54 €, Kalb 17,83 €
  • Bestandsuntersuchung: 38,16 €
  • Labmagenoperation: 167,91 € (endoskopische Labmagenresposition: 152,38 €)
  • Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall: 9,52 €
  • Geburtshilfe: 52,16 € (bei kompliziertem Verlauf: 123,15 €)
Mit Material von BMEL

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