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Geflügel

Steigerung der globalen Importmenge erwartet

von , am
03.11.2010

Washington - Der internationale Markt für Hähncheneisch soll 2011 wieder kräftig an Schwung gewinnen. Davon geht zumindest das amerikanische Landwirtschaftsministerium nach aktuellen Schätzungen aus.

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Nach den aktuellen Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums sind die Hähncheneischeinfuhren im vergangenen Jahr gegenüber der Menge von 2008 auf der Basis kochfertiger Ware insgesamt um 165.000 Tonnen oder 2,1 Prozent auf 7,62 Millionen Tonnen gesunken. Für 2010 rechnen die Washingtoner Fachleute inzwischen mit einem marginalen Rückgang auf 7,60 Millionen Tonnen, während sie im Mai noch eine Zunahme um zwei Prozent prognostiziert hatten.

Mit Blick auf das kommende Jahr geben sich die Experten ungeachtet diverser Handelskonflikte jedoch zuversichtlich. Unter der Annahme eines anhaltenden Wirtschaftswachstums in den Industrie- und Schwellenländern wird erwartet, dass der Import von Hähncheneisch im Vergleich zu der jetzt für 2010 geschätzten Menge um fast 400.000 Tonnen beziehungsweise 5,2 Prozent auf 8,0 Millionen Tonnen steigt.

Steigender Bedarf Russlands erwartet

Dabei sagt das US-Landwirtschaftsministerium im Einzelnen voraus, dass Russland 2011 seine Hähncheneischbezüge wieder kräftig erhöhen wird, und zwar um gut ein Viertel auf 600.000 Tonnen, wovon entsprechend dem Zollkontingent rund 446.000 Tonnen aus den USA kommen sollen. Hinter diese Prognose stellen private Marktanalytiker allerdings ein großes Fragezeichen, nachdem Ministerpräsident Wladimir Putin kürzlich feststellte, dass Russland 2011 möglicherweise überhaupt kein Geügeleisch mehr importieren müsse und die Einfuhrmenge in diesem Jahr auf etwa 300.000 Tonnen veranschlagte. Das US-Agrarressort schätzt die diesjährigen Hähncheneischimporte Russlands dagegen auf 475.000 Tonnen nach 913.000 Tonnen im vergangenen Jahr.

Größere Nettoexportmenge der EU

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Eine besondere Stellung im internationalen Handel mit Hähncheneisch nimmt die Europäische Union ein, da sie sowohl größere Mengen im- als auch exportiert. Für das laufende Jahr schätzt das US-Landwirtschaftsministerium die Hähncheneischeinfuhren der EU-27 auf 680.000 Tonnen, das wären gut fünf Prozent weniger als 2009. Gleichzeitig soll der Export um mehr als sieben Prozent auf 840.000 Tonnen steigen, womit sich die Nettoausfuhrmenge um fast 100.000 Tonnen auf 160.000 Tonnen erhöhen würde. Im nächsten Jahr sollen die Exporte erneut 840.000 Tonnen erreichen, die Importe aber um gut vier Prozent auf 710.000 Tonnen zunehmen. Dabei gehen die Washingtoner Fachleute von einer Steigerung der EU-Hähncheneischerzeugung um nur noch knapp einem Prozent auf 9,0 Millionen Tonnen aus, nach einem Plus von wahrscheinlich etwa zwei Prozent in diesem Jahr.

Getreidepreise werden Wachstum bremsen

Nach Einschätzung der US-Experten werden die höheren Getreidepreise das Wachstum der Geügelwirtschaft in der Gemeinschaft bremsen. Die EU-Richtlinie zum Schutz von Masthühnern mit Vorgaben zu den Besatzdichten, die bis Ende Juni 2010 in den Mitgliedstaaten umgesetzt sein musste, dürfte ebenfalls dämpfend wirken. Schwung verlieren wird laut US-Agrarressort aber auch die Verbrauchsentwicklung: Der diesjährige Hähncheneischkonsum in der EU-27 wird auf 8,76 Millionen Tonnen veranschlagt, was eine Zunahme von weniger als einem Prozent bedeuten würde. 2011 soll der Verbrauch um gut ein Prozent auf 8,87 Millionen Tonnen wachsen. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Hähncheneisch von schätzungsweise 17,8 Kilo in diesem Jahr liegen die EU-Bürger weiter deutlich hinter den Mengen, die in Nord- und Südamerika verzehrt werden. An der Spitze stehen diesbezüglich die islamisch geprägten Staaten, da dort Schweineeisch als Verzehrsalternative ausfällt.(AgE)

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