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Antibiotika

Strengere Regeln für Nutztier-Antibiotika

Antibiotika
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Markus Pahlke, agrarheute
am
01.03.2018

Mit dem 1. März 2018 tritt die neue Verordnung für tierärztliche Hausapotheken in Kraft. Darin sind ein Umwidmungsverbot und die Pflicht eines Antibiogramms zur Therapieentscheidung festgeschrieben.

Für den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung gelten künftig strengere Regeln. Mit dem 1. März 2018 ist es verboten, Reserveantibiotika bei Rindern, Schweinen, Puten und Hühnern umzuwidmen. Das bedeutet, dass bestimmte Antibiotika künftig nicht mehr für andere Krankheiten oder Tiere angewendet werden dürfen, als es die Zulassung erlaubt. Damit ist insbesondere der Einsatz von Cephalosporinen der dritten und vierten Generation sowie der von Fluorchinolonen eingeschränkt. Ausnahmen soll es nur geben, wenn im Einzelfall die notwendige arzneiliche Versorgung der Tiere ernstlich gefährdet ist.

Antibiogrammpflicht

Desweiteren ist der Tierarzt verpflichtet in bestimmten Fällen ein Antibiogramm zu erstellen. Dies soll unter anderem dann zur Pflicht werden, wenn das Antibiotika im Verlauf der Behandlung gewechselt wird, oder bei der Kombination von antibakteriellen Wirkstoffen.

Die neuen Regeln sollen sicherstellen, dass vor dem Einsatz eines antibakteriellen Mittels ein direkter Kontakt zwischen Tierarzt und Tieren bestand.

Kritik an der neuen Verordnung

Während Umweltschützer und Grüne weitergehende Maßnahmen wie ein völliges Verbot von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung fordern, kritisieren das niedersächsische Landvolk und die niedersächsische Tierärztekammer einzelne Punkte der neuen Verordnung. Vor allem die Pflicht eines Antibiogramms würde in vielen Fällen zusätzliche Kosten verursachen, ohne das therapeutische Vorgehen zu beeinflussen.

Mit Material von BMEL

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