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Geflügel

Studie zu Antibiotika: Der Teufel liegt im Detail

von , am
16.07.2013

Im Rahmen der sogenannten VetCAb-Studie untersuchte die Tierärztliche Hochschule Hannover und die Uni Leipzig mit Unterstützung des BfR in mehr als 2.000 Tierhaltungsbetrieben den Einsatz von Antibiotika.

Aufgrund einer "verfehlten" Bioethanolpolitik sei die US-Geflügelhaltung zuletzt nicht mehr so gewachsen wie im langjährigen Mittel, beklagen Verbandssprecher. © bighorn/Fotolia
Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt, wurde in dieser Studie erfasst, welche Antibiotika welchen Tierarten aus welchen Gründen wie häufig verabreicht wurden und wie dieser Arzneimitteleinsatz verringert werden könnte. Die Landwirte hätten hier kooperativ mit den Wissenschaftlern zusammengearbeitet und ihre Daten zur Verfügung gestellt. Die Studie sei als wichtige Datenbasis für den weiteren Aufbau des Antibiotika-Monitorings und einer darauf aufbauenden Risikominimierungsstrategie zu sehen.

Vorsicht bei der Interpretation

Das Medienecho einer anderen Studie zeige laut DBV, dass Daten zum Einsatz von Antibiotika wissenschaftlich und fachlich korrekt aufgearbeitet werden müssen. So hätten Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover in besagter Studie Bakterien mit antibiotikaresistenten Eigenschaften in Schlachthähnchen nachgewiesen. Medienberichte hätten nun für Irritationen durch die voreilige Schlussfolgerung gesorgt, wonach gesunde Hähnchen eine mögliche Quelle für die Verbreitung von übertragbaren antibiotikaresistenten Bakterien seien.

Studie als Momentaufnahme

Hierzu stellte Tierärztliche Hochschule Hannover nun am 12. Juli klar: "Es handelt sich dabei nicht um eine für Deutschland repräsentative Untersuchung und kann somit nicht ohne weiteres verallgemeinert werden." Die Studie stelle eine Momentaufnahme dar. Auch konnte bisher kein genetischer Zusammenhang zwischen tierischen und humanen Bakterienstämmen festgestellt werden, so die Wissenschaftler weiter.
Grundsätzlich geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass bei der Schlachtung und Fleischverarbeitung Keime auf das Fleisch gelangen könnten. "Frisches beziehungseise rohes Fleisch sowie andere frische Lebensmittel sind nicht steril, auf der Oberfläche befinden sich Keime." Der Verbraucher könne sich durch eine gute Küchenhygiene schützen. Wenn das Fleisch erhitzt und durchgegart wird, werden alle Erreger abgetötet, so die Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
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