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Futtermittelproduktion

Studie: Aus Molke soll Viehfutter werden

Molke und Käse bei Käseproduktion
Immo Cornelius
am
10.01.2018

Wissenschaftler haben einen Prozess entwickelt, mit dem sich Sauermolke als Viehfutter weiterverwenden lässt. Auch Flugzeuge sollen damit betankt werden können.

Wissenschaftler haben einen Prozess entwickelt, mit dem sich Sauermolke, ein Abfallprodukt der Herstellung von bestimmten Milchprodukten, ohne den Zusatz von Chemikalien weiterverwenden lässt.

Professor Lars Angenent von der Universität Tübingen und internationale Kolleginnen und Kollegen setzten lediglich sogenanntes Mirkobiom ein, Kulturen verschiedener Mikroorganismen, die denen im menschlichen Darm ähnlich sind. Das daraus entstandene Bio-Öl könne als Tierfutter oder nach Weiterbearbeitung als Kraftstoff für Flugzeuge verwendet werden, so das Ergebnis.

Abfallprodukt aus der Milchverarbeitung

Für jeden Liter Milch, der in die Herstellung von Produkten wie Quark und griechischem Joghurt oder Frischkäse geht, entstehen in der Fabrik zwei Liter sogenannte Sauermolke als Abfallprodukt.

Diese kann wegen des hohen Säuregehalts nicht in großen Mengen an Tiere verfüttert werden. Sie ist aber noch reich an organischen Stoffen wie Milchzucker und muss entsorgt oder auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden.

Sauermolke wird zu Bio-Öl

Um Sauermolke in weiterverwertbares Bio-Öl umzuwandeln, nutzte Professor Lars Angenent ein sogenanntes Reaktor-Mikrobiom.

"Dieses Mikrobiom ist eine offene Kultur, in der sich auch Bakterien von außerhalb ansiedeln können, ähnlich dem Mikrobiom in unserem Darm. Eine Sterilisation des Bioreaktors oder des Abwassers ist deshalb nicht nötig", erklärt der Professor. "Bestimmte Bakterien werden dann selektiert und der Prozess so gelenkt, dass wertvollere organische Stoffe mit längeren Kohlenstoffketten entstehen."

Produkt auch für Flugzeuge nutzbar

Das neue entstandene Produkt könnte zur Fütterung von Tieren eingesetzt werden und durch seine antimikrobiellen Eigenschaften sogar der Vorbeugung von Tierkrankheiten dienen.

Nach Bearbeitung in einer Raffinerie ließe sich nach Angaben der Wissenschaftler damit auch Kraftstoff für Flugzeuge produzieren. Dazu müsse das Öl vom Wasser getrennt, anschließend gereinigt und in einer Raffinerie weiterverarbeitet werden.

Ziel ist die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft

Das Innovative am Öl aus bakterieller Produktion sei, dass für den Prozess keine anderen teuren und kohlestoffreichen Chemikalien verwendet werden müssten, allein das Abwasser reiche aus.

Die Produktion von Bio-Öl gehört zur Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft, die alle Abfallprodukte in wertvollere Stoffe recycelt. "Eine Kreislaufwirtschaft kann nur dann wirklich nachhaltig sein, wenn die Energie aus erneuerbaren Quellen kommt und der Kohlenstoff für Chemikalien aus Kohlendioxid und anderen kohlenstoffhaltigen Abfällen wie Sauermolke", sagt Angenent.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

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