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Parasiten

„Superzecke“: Wird die Hyalomma-Zecke in Deutschland heimisch?

Zecke auf Blatt: Das sind die FSME-Risikogebiete
am
13.06.2019

Sie ist dreimal so groß wie übliche Zeckenarten: Die Hyalomma-Zecke scheint sich auch in Deutschland immer wohler zu fühlen, obwohl sie sonst nur in wärmeren Regionen heimisch ist.

Bereits im vergangenen Jahr konnten Forscher die Hyalomma-Zecke in größerer Anzahl in Deutschland nachweisen. Nun schlagen die Wissenschaftler Alarm: Erste Exemplare könnten in Deutschland überwintert haben. Nach den letzten heißen Tagen konnten gleich sechs der Riesenzecken nachgewiesen werden. Fünf der spinnenartigen Parasiten wurden auf einem Pferdehof am Niederrhein und eine weitere auf einem Pferd in Niedersachsen gefunden. Das teilte die Universität Hohenheim in Stuttgart und das  Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am 11. Juni 2019 mit.

Hyalomma-Zecke überträgt gefährliche Krankheiten

Aufgrund der ersten Nachweise in diesem Jahr gehen die Forscher davon aus, dass die kleinen Tiere in Deutschland überwintern konnten. Die tropische Zeckenart überträgt gefährliche Krankheiten wie das Krim-Kongo-Virus und das Hämorrhagische Fieber. Die Hyalomma-Zecke ist ursprünglich in den trockenen und halbtrockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas heimisch. Die erwachsenen Parasiten saugen vor allem von großen Tieren Blut, aber auch der Mensch ist ein potenzieller Wirt. Anders als europäische Zecken jagt die Hyalomma-Zecke aktiv und kann Warmblüter sogar über mehrere hundert Meter verfolgen.

Hyalomma-Zecke noch nicht in Deutschland heimisch

Dass die Zeckenart in Deutschland überwintere, bedeute aber noch nicht, dass sie bei uns auch heimisch geworden sei, betonten die Forscher. Damit sich eine Population entwickeln könne, müssten sich Männchen und Weibchen finden. Das sei nach Einschätzungen der Wissenschaftler bei einer geringen Populationsgröße schwierig. 

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Hyalomma-Zecken seit 2017 in Deutschland nachgewiesen. Im vergangenen Jahr seien insgesamt 19 Exemplare in acht Bundesländern gefunden. Jedoch trug laut Institut keine dieser Zecken Infektionserreger wie das Krim-Kongo-Virus in sich. Im Gegensatz zum gemeinen Holzbock - der bei uns gängigen Zeckenart - überträgt die Hyalomma-Zecke nicht Borreliose oder FSME.

Mit Material von www.br.de

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