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Tierschutz

Tierärzte: 'Justizbehörden ahnden Tierschutzverstöße zu lax'

© Mühlhausen/landpixel
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Katharina Krenn , agrarheute
am
19.01.2016

Amtstierärzte kritisieren immer wieder, dass Justizbehörden Verstöße gegen den Tierschutz gar nicht oder zu lax ahnden. Deshalb haben sich die Tierärzte und Juristen an einen Tisch gesetzt und Lösungen erarbeitet.

© Mühlhausen/landpixel

Eindeutige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz würden von den Staatsanwaltschaften und Gerichten nicht als solche erkannt und dann nicht ausreichend strafrechtlich verfolgt, so die Meinung vieler Amtstierärzte. Die Kritikpunkte: Viele Tierschutzverfahren würden eingestellt, die Verfahren dauerten zu lange und die Strafmaße seien zu gering. Allerdings gibt es dazu keine konkreten Daten, wie das Thünen-Insitut berichtet.

Eine Gruppendiskussion auf Initiative des Thünen-Instituts sollte diesen Streitpunkt genauer beleuchten. Amtstierärzte und Staatsanwälte aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben sich darüber ausgetauscht und die Probleme identifiziert.

Gründe für die Ablehnung von Verfahren

Als Gründe für die Ablehnung von Verfahren durch die Staatsanwaltschaften und Richter wurden einvernehmlich von beiden Diskussionsgruppen folgende Punkte aufgeführt:

  • • Staatsanwälte und Richter, die wenig Engagement für und Interesse am Tierschutz haben,
  • • geringe Fachkenntnisse der Staatsanwälte und Richter (hinsichtlich spezifischer Tierschutzgesetze, der Bedürfnisse und dem Schmerzempfinden von Tieren)
  • • die schlechte personelle Ausstattung der Staatsanwaltschaften und Richter (Arbeitsüberlastung) sowie der Veterinärämter (Mängel in Gutachten und Dokumentation).

Verbesserungsvorschläge

  • Einen verbesserten Informationsaustausch zwischen Veterinärämtern und Justiz
  • Wissensaufbau bei den Juristen (Kenntnisse von komplizierten EU-Verordnungen aber auch über Bedürfnisse und Schmerzempfindung bei Tieren).
  • Eine Konzentration der Tierschutzstraffälle auf Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften und Schwerpunkt-Richter
  • Eine Positionierung der Tierschutzgesetze aus dem Nebenstrafrecht in das Strafgesetzbuch
  • Eine Erhöhung des Strafrahmens sowie eine Strafbarmachung von Fahrlässigkeitsdelikten

Die detaillierten Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen finden Sie hier zum Download

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Martina Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Martina Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Martina Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Martina Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Martina Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Martina Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Martina Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Martina Hungerkamp
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