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Tierseuchenbekämpfung

Tierärzte kündigen Rahmenvertrag zur Bekämpfung von Tierseuchen

Geflügelpestschild am Ortseingang Hannover
Wiebke Herrmann, dlz agrarmagazin
am
25.08.2017

Tierärzte aus dem Wetteraukreis kündigen den Rahmenvertrag zur Bekämpfung von Tierseuchen. Dies sei angesichts der aktuellen Seuchensituation mit der Afrikanischen Schweinepest besorgniserregend.

Weil eine „fachfremde“ Person die Veterinärbehörde des Wetteraukreises leiten soll, haben 19 Tierärzte die Rahmenvereinbarung zur Bekämpfung von Tierseuchen gekündigt. Dies ist, vor dem Hintergrund der aktuellen Seuchensituation mit der Afrikanischen Schweinepest in Osteuropa, beunruhigend. Denn die Tierärzte haben sich mit der im Jahr 2015 unterschriebenen Rahmenvereinbarung dazu verpflichtet, dem Veterinäramt beim Auftreten von Seuchen wie der Schweine- oder Geflügelpest unterstützend zur Seite zu stehen. Im Falle eines Seuchenausbruchs kann dies bedeuten, dass die Veterinärmediziner beim Keulen von Viehbeständen mitwirken müssen, um das Verbreiten der Seuche zu verhindern.

Ohne tiermedizinische Kenntnisse kein verantwortungsvolles Handeln

Die Tierärzte begründen ihre Entscheidung mit der Neubesetzung des Veterinäramtes durch eine „fachfremde“ Person, die keine tiermedizinische Ausbildung und keine Erfahrungen in diesem Bereich hat. Ohne diese Kenntnisse könnten weitreichende Entscheidungen im Seuchenfall, wie das Keulen von Viehbeständen, nicht verantwortungsbewusst getroffen werden. Davon sind die Tierärzte überzeugt. Diese Entscheidungen könne nur ein Amtstierarzt mit viel Erfahrung übernehmen. Ein verantwortungsvolles Handeln sei unter diesen Umständen allerding unmöglich, meinen die Tierärzte.

Mit Material von Kreis-Anzeiger
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