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Tierarztbehandlung

Tierärzte werden teurer: 75 Prozent Zuschlag für Notdienste

Tierarzt-Landwirt-Kühe-jd
am Montag, 11.07.2022 - 14:45 (Jetzt kommentieren)

Ab Oktober sollen die Kosten für tierärztliche Behandlungen steigen. Grund dafür seien steigende Kosten für Aufwand und Technik.

Der Bundesrat hat Ende vergangener Woche (8. Juli 2022) die Neufassung der Tierärztegebührenordnung beschlossen. Sie wird voraussichtlich im Oktober 2022 in Kraft treten. Zuvor hatte das Bundeskabinett die vom Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, vorgelegte Neufassung der Tierärztegebührenordnung beschlossen. Demzufolge sollen tierärztlichen Leistungen sowohl an den veterinärmedizinischen Erkenntnisstand als auch die Gebührensätze an die wirtschaftlichen Erfordernisse für den Betrieb einer Tierarztpraxis angepasst werden.

Moderne Technik und höhere Ausgaben

Zuletzt wurde die Tierärztegebührenordnung im Jahr 1999 umfassend geändert. Seitdem hat sich in der Veterinärmedizin viel getan. Modernste Untersuchungsverfahren müssen daher auch angemessen in Rechnung gestellt werden. Die Kosten für die Behandlung von Tieren sollen überwiegend steigen und dadurch gleichzeitig den Fortbestand vieler Tierarztpraxen sichern. Dadurch erhöhe sich die Attraktivität der tierärztlichen Betreuung.

So teuer wird der Tierarzteinsatz an Sonn- und Feiertagen

Laut Tierärztegebührenordnung soll sich die Höhe der einzelnen Gebühren, soweit nichts anderes bestimmt ist, nach dem Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes bemessen. Für Leistungen, die auf Verlangen des Tierhalters bei Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag erbracht werden, erhöhen sich die einfachen Gebührensätze um 100 Prozent und bei landwirtschaftlich genutzten Tieren, die der Erwerbstätigkeit ihres Halters dienen, um 75 Prozent. Zudem kommt eine Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro dazu.

Studie ist Basis für gestiegene Tierarztkosten

Die Anpassung der Gebührensätze soll auf wissenschaftlicher Basis erfolgen. Das BMEL hatte hierzu bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die Durchführung einer umfassenden Studie initiiert. Die Studie hat ergeben, dass die einfachen Gebühren nicht mehr ausreichen und wurde im November 2021 auf der Internetseite des BMEL veröffentlicht.

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