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Tierschutzindikatoren

Tierschutzindikatoren: Hilfe für Landwirte

Ferkel schaut aufgeweckt in die Kamera
am Freitag, 04.09.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Tools zum Erfassen der betriebsindividuellen Tierschutzindikatoren.

Seit dem 1. Februar 2014 sind tierhaltende Betriebe laut Tierschutzgesetz dazu verpflichtet, geeignete Tierschutzindikatoren zu erfassen. Das wichtigste Ziel dabei: Das Wohlbefinden der Tiere soll anhand geeigneter, tierbezogener Merkmale eingeschätzt werden.

Allerdings gibt es im Tierschutzgesetz keine genauen Regelungen zu Inhalt, Umfang oder der Häufigkeit der betrieblichen Eigenkontrolle. Diese Tatsache sorgt bei Landwirten oft für Unsicherheit, wie sie mit der Ermittlung der Tierschutzindikatoren umgehen sollen.

Beim Erfassen unterscheidet man grundsätzlich drei verschiedene Bereiche, wobei die tierbezogenen Indikatoren am häufigsten bewertet werden:

ressourcenbezogene Indikatoren:

  • Informationen über baulich, technische Gegebenheiten wie Haltungsverfahren oder Platzangebot.

managementbezogene Indikatoren:

  • Hier steht das betriebliche Management im Vordergrund. Praktiken wie das Enthornen bei Rindern, Kastration bei Ferkeln sowie die Fütterung und der Umgang mit den Tieren werden bewertet.

tierbezogene Indikatoren:

  • Hierbei sind Indikatoren gemeint, die direkt am Tier gemessen werden. Zum Beispiel Verletzungen, Lahmheiten, Zellzahl.

Tools im Überblick

Für die Ermittlung geeigneter Tierwohlindikatoren gibt es verschiedene Anwendungen die individuell auf die jeweilige Tierart abgestimmt sind. In der Übersicht finden Sie die wichtigsten Tools:

Neben den oben genannten Tools gibt es weitere Anwendungen, zum Beispiel das QS interne System. QS-Landwirte erhalten über die QS-Indices einen genauen Überblick über die Biosicherheit und Tierhaltung auf ihrem Betrieb. Die Ergebnisse werden aus den Auditberichten extrahiert und bieten einen Vergleich mit anderen schweinehaltenden Betrieben.

Tierschutzindikatoren im Fokus

Kalb liegt im Kälberiglu

Das Kuratorium für Bauen und Landwirtschaft (KTBL) ist Vorreiter im Bereich der betrieblichen Tierschutzbewertung. Noch bis Ende 2020 wird die Praxistauglichkeit der verschiedenen Anwendungen in dem Projekt Eigenkontrolle Tiergerechtheit (EikoTiGer) geprüft.

So sollen einzelne Indikatoren, die sich als wenig praktikabel erweisen, in den Neuauflagen des KTBL-Leitfadens nicht mehr oder nur verbessert erscheinen. Mit der Neuauflage soll auch die Excel- Anwendung verbessert und die App auf den Markt gebracht werden.

Auch die weitere Digitalisierung der Anwendungen rückt nach und nach in den Fokus. So sollen zum Beispiel auch Schlachthofbefunde oder Daten aus dem Qualitätsmanagement (QM) und anderen Zertifizierungssystemen mit einfließen.

Daten können vom Landwirt auch anderweitig genutzt werden

Die Kontrolle sowie die regelmäßige Dokumentation der Befunde stellt für den Betrieb einen zusätzlichen zeitlichen und personellen Aufwand dar. Doch hier gilt es zu beachten, dass die Daten auch innerbetrieblich für eine Schwachstellenanalyse genutzt werden können.

Beim Ermitteln der Daten kann der Landwirt seine Herde und sein Betriebsmanagement genauer analysieren. Außerdem erhält er einen intensiven Überblick über die Schwächen und Stärken im Betrieb.

Mit Material von KTBL; Q-Check; BMEL; praxis-agrar

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