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Geflügel

Tierschutzlabel: Top oder Flop?

von , am
29.05.2013

Im Januar präsentierte der Deutsche Tierschutzbund das neue Tierschutzlabel. Im ersten Jahr des Siegels sollen unter anderem neun Millionen Masthühner von besseren Haltungsbedingungen profitieren. Eine erste Bilanz.

So sieht das Tierschutzlabel aus.
Mitte Januar, auf der internationalen Grünen Woche, präsentierte der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner das neue Tierschutzlabel für Geflügel und Schweinefleisch. Ein gelber Stern auf dem Label zeigt, dass der Landwirte seine Tiere etwas besser hält als gesetzlich vorgeschrieben. Zwei Sterne stehen für eine deutlich bessere Haltung der Tiere. Wie erfolgreich ist nun das neue Label? Während der Deutsche Tierschutzbund eine erste positive Bilanz zieht, übt die Süddeutsche Zeitung Kritik.
 

Stern ohne Strahlkraft?

In dem Artikel "Sterne ohne Strahlkraft" nimmt die Süddeutsche Zeitung das neue Label unter die Lupe. Laut Süddeutscher Zeitung sieht eine Stichprobe folgendermaßen aus: "ein Edeka-Markt in Hamburg, jede Menge abgepacktes Schweinefleisch und Geflügel - vom Siegel keine Spur. Gleiches gilt für den großen Edeka-Markt in Stuttgart. Die Verkäuferin dort hat von dem Siegel noch nie gehört. Und schließlich der kleine Kaiser's-Markt in Berlin. Auch dort blickt die Kundin in das ratlose Gesicht eines Verkäufers, als sie nach dem Siegel fragt ..." Der Geschäftsführer der Vion Deutschland, Norbert Barfuß relativiert diese Kritik in einem Interview mit dem Bayerischen Landirtschaftlichen Wochenblatt:" Wir reden hier über Testmärkte mit derzeit von 600 bis 1.000 Schweinen pro Woche. Diese werden über die drei Handelspartner Edeka in Berlin, Coop in Kiel und Kaiser'sTengelmann in Berlin, Rhein/Ruhr und München/Oberbayern vermarktet." Die  VION Food Group erhielt als erster deutscher Fleischkonzern das Label der Einstiegsstufe.

Bessere Haltung für neun Millionen Masthühner und 40.000 Schweine

Den Verdacht, das Label sei ein Flop, weist auch Thomas Schröder, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, gegenüber der Süddeutschen Zeitung zurück. Allein im ersten Jahr des Siegels würden neun Millionen Masthühner und 40.000 Schweine von besseren Haltungsbedingungen profitieren, stellt er fest. In einer Pressemitteilung schreibt der Deutsche Tierschutzbund weiter: "Die Zahl der zertifizierten Masthühnerställe im Einstiegsbereich konnte in dieser Zeit fast verdoppelt werden und auch im Premiumbereich in der Schweinehaltung geht es stetig voran." Zertifiziert wurden laut Tierschutzbund bisher 16 Höfe mit 21 Ställen Einstiegsstufe Mastschwein sowie 49 Höfe Einstiegsstufe Masthuhn. Weitere Betriebe befinden sich für beide Tierarten und für beide Labelstufen im Beratungs- und Anerkennungsverfahren.
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