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Kommentar

Tiertransport: Kaum jemand überblickt die Vorschriften

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Hans Dreier, Wochenblatt
am
23.08.2016

Die Verkehrsregeln für Viehanhänger sind inzwischen so umfangreich, dass selbst Verkehrspolizisten zugeben, dass sie den vollen Umfang der Vorschriften nicht mehr überblicken.

Die Landwirte verfolgten gerade aufmerksam die Zuchtviehversteigerung in der Halle, als draußen mehrere Polizeiautos auffuhren. Spezialisten der Autobahnpolizei nahmen die abgestellten Pkw-Gespanne unter die Lupe und wurden bei den Viehanhängern zahlreich fündig: Überall fanden sich Mängel an Beleuchtung, Bremsen und Reifen. Die Termine für die Hauptuntersuchung waren teilweise deutlich überschritten. Anhand der Kennzeichen konnten die Polizisten auch erkennen, dass viele Bauern von weit her angereist waren. Obwohl die Landwirte teilweise über 100 Kilometer gefahren waren, hatten sie keine EG-Kontrollgeräte mitgeführt. Das dafür fällige Bußgeld: 750 Euro.

Nur eine Übung, keine Bußgelder

Die Bauern mit ihren Viehanhängern auf dem Gelände der Hessenhalle in Alsfeld kamen jedoch noch einmal mit einem blauen Auge davon. Die Aktion der Autobahnpolizei war eine Übung! Es gab weder Bußgelder noch Punkte. Sinn der Übung war die Beratung und Sensibilisierung der Landwirte.

Weil jeder Landwirt, der Vieh auf öffentlichen Straßen transportiert, morgen in eine echte Kontrolle geraten kann, gibt das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt in Heft 32/2016 einen Überblick über die wichtigsten Transportvorschriften. Die Regelungen in diesem Bereich sind inzwischen so umfangreich, dass selbst Verkehrspolizisten zugeben, dass sie den vollen Umfang der Vorschriften nicht mehr überblicken.

Solange man als Landwirt nur in der näheren Umgebung unterwegs ist, muss man sich relativ wenig Gedanken machen. Bei einer Transportentfernung bis zu 50 Kilometer sind Landwirte von vielen komplizierten Transportvorschriften noch befreit. Bei weiteren Fahrstrecken werden die Auflagen und Bestimmungen derart massiv, dass den Landwirten eigentlich nichts anderes übrig bleibt, als einen professionellen Spediteur zu beauftragen.

Verkehrsrecht: Diese Regeln sollten Sie kennen

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