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Deutschland

Tierwohllabel: Dritte Stufe soll Auslauf ermöglichen

Schwein im Stroh
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Jana Dahlke, agrarheute
am
26.06.2018

Bundesregierung konkretisiert die Anforderungen an das geplante dreistufige staatliche Tierwohllabel.

Die Bundesregierung hat die Anforderungen an die drei Stufen für das geplante staatliche Tierwohllabel konkretisiert. Die Kriterien der Eingangsstufe sollen eindeutig über dem gesetzlichen Standard liegen, wie sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mitteilte. Zudem soll es Betrieben zugleich ermöglicht werden, innerhalb der bestehenden Gebäude und damit ohne Umbaumaßnahmen am Tierwohllabel teilzunehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die Betriebe die geforderten Tierwohlmaßnahmen gewährleisten. Hierzu zählen unter anderem mehr Platz, mehr Beschäftigung für die Tiere sowie regelmäßige Eigenkontrollen und Fortbildungen seitens der Tierhalter. Die Anforderungen sollen von Stufe zu Stufe steigen.

Außenklimareize für die dritte Stufe

In der Mittelstufe müssen den Tieren Außenklimareize angeboten werden. In der dritten Stufe soll deutlich mehr Platz und Einstreu sowie Auslauf vorausgesetzt werden. Wie aus der Antwort ferner hervorgeht, soll sich das Tierwohlkennzeichen über den Markt finanzieren. Zudem ist eine flankierende staatliche Förderung geplant. Vorgesehen ist in der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes einen neuen Förderbereich für besonders nachhaltige und tiergerechte Haltungsverfahren einzurichten.
Über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm sollen Investitionen in entsprechende Stallbauten und -modernisierungen gefördert werden können. Weitere Förderinstrumente werden nach Regierungsangaben derzeit geprüft.

BVL ist für die Zeichenvergabe zuständig

Mittlerweile ist auch bekannt geworden, dass für die Zeichenvergabe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zuständig sein soll. Dabei soll die Einhaltung der Anforderungen über private Kontrollstellen erfolgen, die wiederum vom BVL zugelassen und überwacht werden sollen. Die Einzelheiten sollen vom Bundeslandwirtschaftsministerium ohne Zustimmung des Bundesrates in Verordnungen festgelegt werden. Dies trifft gleichermaßen für die Kriterien in den jeweiligen Stufen wie für die Gestaltung des Zeichens zu.
Bundelandwirtschaftsministerien Julia Klöckner hatte sich bereits vor einiger Zeit dazu geäußert, dass die Erarbeitung der Verordnungen für Kontroversen sorgen werde.

Mit Material von AgE

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