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Trockenstress bei Silomais: Wann ernten?

Vertrockneter Mais auf einem Feld
am Mittwoch, 12.08.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Hitze setzt dem Mais zu. Auch auf „schlecht geackerten Standorten“ tut sich der Mais jetzt schwer. Norbert Erhardt von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erklärt, was zu tun ist.

Wie geht es den Maispflanzen aktuell auf den deutschen Ackerböden? 

Sofern ausreichend Keimwasser zur Verfügung stand, kommen die jungen Maispflanzen relativ gut zurecht. Aktuell sind die Trockenschäden im Getreide, Raps und auf dem Grünland sicherlich gravierender [Stand Juli 2020]. Zumindest in Nordwestdeutschland gibt es eher Probleme durch Vogelfraß, da der Mais lange im Zwei- bis Dreiblattstadium stand und damit für Vögel interessant ist. Außerdem durfte 2020 kein Mesurol als Beize eingesetzt werden.

Der Verzicht von Mesurol als systemischer, insektizider Beizschutz hat gleichzeitig deutliche Schäden durch Fritfliegenfraß, also den Fraß der Larven,  zur Folge. Echte Probleme mit Trockenstress gibt es bislang in erster Linie beim Zweitfruchtmais, der vielfach in total ausgetrocknete Böden gesät werden musste. Schwer tut sich der Mais jetzt auch auf Standorten, wo „schlecht geackert“ wurde und die Maispflanzen das Bodenwasser nicht nutzen können. 

Experte Norbert Erhardt

In welchem Entwicklungsstadium wirkt sich der Trockenstress am stärksten auf den Ertrag aus?

Mit dem einsetzenden Massenwachstum steigt jetzt der Wasserbedarf beim Mais. Früher Trockenstress im Streckungswachstum hat regelmäßig Folgen auf das vegetative Wachstum. Die Pflanzen bleiben kürzer. Größte Schäden verursacht Trockenstress zum Zeitpunkt der Blüte. Im Extrem leidet die Befruchtung, was kolbenlose Pflanzen zur Folge hat. Diese Schäden sind immer irreversibel und können nicht kompensiert werden. Späterer Trockenstress hat eine Kolbenreduktion zur Folge.

Welche Ertragsverluste entstehen bei ­trockenheitsgeschädigtem Silomais?

Guter Silomais zeichnet sich durch Trockenkolbenanteile von über 50 Prozent aus. Das heißt, mehr als 50 Prozent des Trockenmasseertrags werden über den Kolben geliefert. Der Kolben ist auch energetisch hochwertiger. Die wichtige Stärke ist eigentlich nur in den Körnern und im Kolben zu finden. Kolbenloser Mais liefert daher mindestens 50 Prozent weniger Massenertrag. Der Energieertrag leidet in der Regel noch stärker.

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