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Fleischindustrie Coesfeld

Trotz 64 bestätigten Coronafällen: Westfleisch muss nicht schließen

Mitarbeiter bei der Fleischzerlegung im Schlachthof
am Donnerstag, 07.05.2020 - 09:58 (1 Kommentar)

64 Corona-Infektionen wurden bei Westfleisch in Coesfeld bestätigt. Eine Schließung des Betriebs ist derzeit nicht notwendig.

Nach der Häufung von Covid-19-Ansteckungen bei der Großschlachterei Westfleisch in Coesfeld muss sich die Bevölkerung nach Auskunft des Kreisgesundheitsamtes Coesfeld keine Sorgen über eventuell infiziertes Fleisch oder eine weitere Infektionswelle machen.

Eine Schließung des Betriebs sei nach Angaben der Amtsärztin Celine Klostermann nicht erforderlich. Sie verstehe die Verunsicherung, nachdem dort 64 Mitarbeiter positiv getestet worden waren. Das Unternehmen setze aber umfangreiche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen um. Dass so viele positive Fälle durch Tests entdeckt worden sind, wertet sie eher als „Erfolg“, denn dadurch könne die Behörde nun aktiv werden und zum Beispiel mit Quarantäne-Maßnahmen gezielt für eine Eindämmung sorgen. Es sei besser, „jetzt hohe Fallzahlen zu haben, als eine Ausbreitung, von der wir nichts wissen“, sagte die Amtsärztin.

Westfleisch: Corona-Sonderkommission seit Jahresbeginn

Über mehrere Erkrankte sei man auf Westfleisch aufmerksam geworden. Abstriche von Personen, erklärte die Amtsärztin, seien vor allem in Unterkünften, aber auch im Betrieb vorgenommen worden. Getestet wurden zunächst Mitarbeiter mit Symptomen. Neben den positiv getesteten Mitarbeitern sind inzwischen acht weitere unter Quarantäne gestellt worden. Die Bewohner einer größeren Unterkunft in Dülmen müssen komplett zu Hause bleiben.

Seit Ende vergangener Woche werden bei Westfleisch gezielt Kontaktpersonen getestet, um mögliche Virusträger noch schneller zu identifizieren. Das teilte Unternehmens-Sprecher Philipp Ley mit. „Auch bei diesem Vorgehen folgen wir den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und arbeiten eng mit den Behörden zusammen“, sagte er. Dass das gut läuft, bestätigte auch Klostermann. Die getroffenen Absprachen würden eingehalten. Nach Auskunft von Ley hat Westfleisch schon Anfang des Jahres eine Pandemie-Sonderkommission eingerichtet. Gearbeitet werde im Betrieb „in klar abgegrenzten Kleingruppen“. Bereits beim Betreten des Geländes müssten Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Am Werkstor läuft eine kontaktlose Fiebermessung.

Update: Der Stand dieser Meldung ist veraltet. Bis Donnerstagnachmittag (07.05.2020) wurden bereits 129 Westfleisch-Mitarbeiter positiv auf SARS-Cov-2 getestet. Das Unternehmen lässt die Produktion weiterlaufen.

Mit Material von www.wn.de

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