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Brasilien

Trucker-Streik kostet 828 Mio. US-Dollar

Trucker in Brasilien streiken
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
25.06.2018

Der Trucker-Streik in Brasilien kostet der Schweine- und Geflügelbranche umgerechnet über 700 Mio. Euro. agrarheute-Chefredakteur Uwe Steffin war live dabei.

Trucker in Brasilien haben im Mai und Juni insgesamt 11 Tage gestreikt. Laut der brasilianischen Vereinigung für Tierproteine (ABPA) hat dieser Streik die Geflügel- und Schweinebranche 828 Mio. US-Dollar gekostet - das sind umgerechnet über 700 Mio. Euro.

Da rund 60 Prozent der gesamten Logistik auf der Straße abgewickelt wird, war der Streik in ganz Brasilien zu spüren: Die Grundbedürfnisse der Bevölkerung waren ebenso betroffen wie die Geflügel- und Schweinebranche.

Geflügel: 70 Mio. tote Tiere

So standen zum Beispiel ab dem dritten Streiktag 167 Futtermühlen und Schlachthöfe still. 

Ab dem fünften Tag wurde die Lage dramatisch: Die Futtervorräte auf vielen Betrieben waren erschöpft, vor allem Küken starben. Insgesamt spricht die Branche von 70 Mio. toten Tieren. 

Die Folgen in der Schweinebranche waren nicht ganz so gravierend, aber auch hier waren die Landwirte gezwungen, die Rationen auf den Grundbedarf zu kürzen. Dies hatte negative Auswirkungen auf die Leistung und die Gesundheit der Tiere. 

Außerdem konnten aufgrund des Streiks vorläufig 130.000 t Schweine- und Geflügelfleisch nicht aus den Häfen verschifft werden.

Streik endet nach Zugeständnissen der Regierung

Am 2. Juni gab der brasilianische Präsident nach. Er akzeptierte alle Forderungen der Trucker, wie die Senkung der Steuern und der Kraftstoffpreise. Außerdem wurden Mindestpreise eingeführt.

Diese massiven Zugeständnisse stellten wiederum andere Branchen in Frage. Eine dauerhafte Lösung wird deshalb wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Mit Material von Pig Progress

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