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Geflügel

Truthahn AG arbeitet wieder mit umstrittenen Mastbetrieben

© agrar-press
von , am
16.10.2014

Im Mai waren zwei Mastbetriebe in die Schlagzeilen geraten, weil sie das Tierschutzgesetz missachtet haben sollen. Jetzt arbeitet die Truthahn AG wieder mit ihnen zusammen - wenn auch unter Vorbehalt.

Die Aktivisten brachen in einer nächtlichen Aktion in einen Putenstall ein. © agrar-press
Mitarbeiter zweier Mastbetriebe im Kreis Dillingen sollen Puten nicht ordungsgemäß getötet und damit gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Entsprechendes Filmmaterial hatte die Organisation SOKO-Tierschutz im Mai Spiegel-tv zukommen lassen. Die Süddeutsche Truthahn AG ließ die Zusammenarbeit mit den Mastbetrieben in Folge ruhen.
 
Jetzt, fünf Monate später, wird das Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Putenmastbetrieben wieder aufnehmen. Eigenen Angaben zufolge jedoch unter Vorbehalt.  

Zuchtbetrieb Dattenhausen: Tierschutzrichtlinien jetzt durchwegs eingehalten

Nach Berichten der Truthahn AG wurde allein der Zuchtbetrieb in Dattenhausen seit Mai über 30 Mal - hautpsächlich unangekündigt - kontrolliert. Die Untersuchungen hätten durchwegs die Einhaltung der Tierschutzrichtlinien bescheinigt.
 
Überprüft habe man dabei folgendes:
  • Besatzdichte
  • Luftqualität
  • Futter- und Wasserversorgung
  • Gesundheitszustand und Medikamentierung
  • Umgang mit den Puten
Eine juristische Klärung der Vorwürfe vom Mai läuft noch.

Neues Kontrollsystem überwacht Mitarbeiter und Zustand der Puten

Wie Dieter Bockhorn, Vorstand der Süddeutschen Truthahn AG, berichtet, hat der Dattenhausener Hof nach den Vorfällen ein neues Kontrollsystem im Stall eingerichtet, mit dem der Gesundheitszustand und die Versorgung der Puten sowie der Umgang der Mitarbeiter mit den Tieren rund um die Uhr überwacht werden. Hinzu kämen Schulungen, zu Tierwohl und Tierschutz, dem richtigen Umgang mit technischem Gerät, Tierpflege und Mast.

Puten werden wieder in Ampfing statt in Polen geschlachtet

Wenn die Truthahn AG die Zusammenarbeit wieder aufnimmt, werden die Puten wieder im knapp drei Stunden entfernten Ampfing geschlachtet. Mangels näher gelegener Abnehmer hatte der Betrieb die Tiere zuvor nach Polen geliefert - was Bockhorn zufolge eine Transportzeit von bis zu zwölf Stunden bedeutet hat. 
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