Login
Antibiotikaresistenzen

UBA fordert Umweltbewertung für Tierarzneimittel

Thumbnail
Katharina Krenn, agrarheute
am
25.01.2018

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine Umweltbewertung bereits zugelassener Tierarzneimittel und ein Gewässermonitoring. Der Vorstoß verärgert die Tierhalter.

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt dem EU-Gesetzgeber, für bereits zugelassene Tierarzneimittel eine Umweltbewertung vorzuschreiben, wenn zu diesen bisher keine Umweltdaten vorliegen. Insbesondere für Antibiotika sei das wichtig, denn Antibiotika könnten in Böden und Gewässern die Bildung von resistenten Krankheitserregern fördern. Nötig seien zudem Kriterien für die Zulassung, die das Resistenz-Potential von Antibiotika prüfen. Ergänzend will das UBA ein verpflichtendes und flächendeckendes Monitoring von problematischen Arzneimitteln in Gewässern und Böden einführen.

Antibiotikarückstände in Wasser und Boden

„Wir müssen verhindern, dass Antibiotikarückstände in der Umwelt zum Problem werden, weil dies die Entwicklung von Resistenzen fördern könnte. Aus der Tierhaltung könnten über Gülle und Dung sowohl Antibiotika als auch resistente Erreger in Wasser und Boden gelangen und so die natürliche Entstehung von Resistenzen fördern“, so Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Wir müssen daher gemeinsam mit der Tiermedizin und der Landwirtschaft daran arbeiten, den Eintrag von Antibiotika aus der Tierhaltung zu senken.“

ISN: Schwarzer Peter zugeschoben

Der Interessensverband der Schweinehalter (ISN) sieht der Tierhaltung den Schwarzen Peter zugeschoben. Es sei es nicht verständlich, dass das UBA den Blick allein auf die Tierhaltung richte. „Natürlich ist es richtig, genau hinzuschauen, wo Resistenz-Potenziale durch Antibiotika entstehen. Schließlich wollen auch wir gemeinsam und ganzheitlich die Resistenzgefahr minimieren", schreibt die ISN. Das habe die Tierhaltung durch die Halbierung des Antibiotikaeinsatzes in den vergangenen Jahren schon sehr eindrücklich gezeigt. „Wo bleibt der gleichzeitige Fokus auf die Umweltwirkung der Humanarzneimittel und die Einträge z.B. über die Abwässer aus Krankenhäusern und Privathaushalten? Wer schaut sich die Abwässer in den Klärwerken an? Was kommt am Ende aus den Klärwerken in den Flüssen an?“ 

Mit Material von ISN
Auch interessant