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Klimapolitik

Umweltbundesamt-Chef: "Reduzierung der Tierzahlen ist wichtiges Ziel"

In Zukunft 50 Prozent weniger Tierhaltung? Der Präsident des Umweltbundesamts steckt hohe Ziele.
am Montag, 08.08.2022 - 14:00 (60 Kommentare)

Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, braucht es ehrgeizige Ziele. Doch ist eine Treibhausemissionssteuer für Landwirte sinnvoll?

Im Podcast „Jung & Naiv“ sprach der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, über Klimapolitik, die Reduzierung des Fleischkonsums und Dinge, die man in der Landwirtschaft ändern muss. Aus seiner Sicht gibt es noch viel zu tun um das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, einhalten zu können.

Die Landwirtschaft spielt für ihn eine zentrale Rolle. „Für die Landwirtschaft brauchen wir in Zukunft negative Emissionen aus anderen Bereichen, um den Anfall an Emissionen innerhalb der Landwirtschaft zu kompensieren“, sagte Messner. Laut Angaben des Umweltbundesamts gingen die Treibhausgasemissionen im Sektor Landwirtschaft im Jahr 2021 bereits um zwei Prozent zurück. Dennoch steckt sich Messner für die Zukunft hohe Ziele.

Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, müsse der Fleischkonsum um mindestens 50 Prozent sinken. „Wir haben eine Steuerreform vorgeschlagen, um die Steuer für nicht fleischliche Lebensmittel auf null Prozent zu setzen.“ Es sei nicht möglich die Ziele umzusetzen, ohne bei der Tierhaltung und dem Fleischkonsum Abstriche zu machen.

Landwirte zur Kasse: Zukünftig Steuern für Treibhausemissionen?

Bereits seit Anfang 2022 gilt ein nationaler Emissionshandel bei dem Mobilität und Heizen von Wohnraum bepreist wird. Im europäischen Emissionshandel sind zudem die Bereiche Energie sowie Teile der Schwerindustrie und die energieintensive Industrie inbegriffen. Diese Steuer lässt sich allerdings nicht automatisch auf die Landwirtschaft übertragen.

„Das ist keine irre, sondern eine folgerichtige Idee zu sagen, dass die Landwirtschaft ebenfalls für ihre Treibhausemissionen zahlen muss.“ Im Augenblick fordere er eine solche Steuer allerdings nicht. Viel wichtiger sei ihm im Moment die Tierzahlen deutlich zu reduzieren. „Ein Instrument, das wir anwenden wollen ist eine Reduzierung des Fleischkonsums.“

Dieses Ziel ließe sich nicht nur durch eine angepasste Besteuerung, sondern auch mit einem Ausbau der Infrastruktur erreichen. So sei es möglich noch mehr fleischlose Alternativen in Kantinen und Restaurants anzubieten.

Mit Material von Umweltbundesamt

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