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Niedersachsen

Umweltminister fordert Wolfabschuss

Wolf auf Raubzug
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Dagmar Deutsch, agrarheute
am
02.03.2018

Olaf Lies spricht sich für mehr Möglichkeiten aus, Wölfe zu vergrämen und zu töten. Man müsse dem Wolf Grenzen aufweisen.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht sich in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die Bejagung von Wölfen aus. Die Wolfspopulation werde zu einer bundesweiten Herausforderung, für die wir auch nationale Regeln brauchen. Man müsse sehr rasch die Frage beantworten, wie wir mit einer stark steigenden Zahl von Wölfen umgehen, die mit unserer Kulturlandschaft immer weniger vereinbar sein wird.

Erhebliche Zahlen von Nutztierrissen durch Wölfe

Zum einen stellt er sich die Frage, wie stark die angebliche natürliche Scheu vor dem Menschen beim Wolf noch ausgeprägt sei. Zum anderen verweist er auf die erheblichen Zahlen von Nutztierrissen. Die Idee, dass Wolf in Deutschland lebe und sich nur von Wildtieren ernähre, funktioniere offensichtlich nicht. Er fordert mehr Möglichkeiten, Tiere zu vergrämen und zu töten. Es sei nicht verwerflich, den Wolfsbestand zu regulieren.

Zuvor befürworteten bereits die Minister der unionsgeführten Agrar- und Umweltministerien der Länder bundesweite Standards zum Abschuss problematischer Tiere.

Aktuelles Monitoring bestätigt 76 Wolfsterritorien

Laut aktuellen Monitoring-Daten zur Verbreitung des Wolfs leben in Deutschland derzeit 60 Wolfsrudel, 13 Paare und drei sesshafte Einzeltiere. Allein in Niedersachsen leben davon 10 Rudel, 4 Wolfspaare und 2 Einzeltiere. Somit ist es eines der Bundesländer mit den meisten Wölfen.

Politik verlangt einheitliches Wolfsmanagement

Auch im Bundestag befasst sich die Politik mit der Wolfsproblematik. Die FDP verlangt einheitliche Standards für bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring und fordert darüber hinaus, den Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Die Fraktion Die Linke fordern unter anderem, einen Rechtsanspruch auf finanziellen Ausgleich für Herdenschutz und Schäden aufgrund von Wolfsübergriffen einzuführen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen betrachten die Rückkehr des Wolfs hingegen als einen großen Erfolg für den Artenschutz in Deutschland.

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