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Wolfsmanagement

Umweltministerkonferenz: Das steht im Aktionsplan Wolf

Wolfsportrait
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Katharina Krenn, agrarheute
am
06.06.2018

Im Vorfeld der Umweltministerkonferenz haben 18 Verbände einen Aktionsplan Wolf vorgelegt. Darin fordern sie eine umfassende Neujustierung des Wolfsmanagements.

Anlässlich der Umweltministerkonferenz vom 6. bis 8. Juni 2018 in Bremen legt ein breites Bündnis von 18 Verbänden einen gemeinsamen Aktionsplan Wolf vor. Das Verbändebündnis fordert von den Umweltministern, dass der Schutz des Menschen eindeutig Priorität vor der Ausbreitung des Wolfes in Deutschland hat und die Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben muss.

Es sei nicht länger vertretbar, der Bevölkerung und den betroffenen Tierhaltern mit bewusst kleingerechneten Wolfsbeständen die realen Verhältnisse in Deutschland vorzuenthalten. Die Verbände gehen davon aus, dass in Deutschland im Jahr 2018 eine Wolfspopulation von über 1.000 Tieren lebe und die Population jährlich um über 30 Prozent exponentiell wachse.

Wolfs-Nachweis: Einführung einer B-Probe

Die Verbände halten die derzeitige Praxis bei der Meldung von Wolfsrissen, dem Verfahren der Rissbegutachtung bis hin zur Kompensation von Schäden für unzulänglich und fordern eine grundlegende Neujustierung. Aufgrund von Zweifeln an der Genauigkeit der bisherigen genetischen Analyse, fordern die Verbände die Einführung einer B-Probe. Die B-Probe ist in Zweifelsfällen durch ein unabhängiges, anerkanntes und akkreditiertes Labor zu untersuchen.

Darüber hinaus fordern sie in dem Aktionsplan eine Umkehr der Beweislast bei der Entschädigung von Wolfsrissen. Zukünftig muss eine Entschädigung bereits dann erfolgen, wenn ein Wolfsriss nicht ausgeschlossen werden kann.

Entnahme ist EU-rechtskonform

Das Aktionsbündnis bekräftigt ferner, dass zu einem vernünftigen Umgang mit dem Wolf künftig auch die Entnahme gehören wird. In Ländern wie Frankreich und Schweden werde bereits heute auf Basis des bestehenden europäischen Naturschutzrechts regulierend in die Wolfsbestände eingegriffen. Die in Schweden praktizierte Schutzjagd von Wölfen dient explizit dem Schutz der Tierhaltung und ist EU-rechtskonform.

Für ein Management sollte der Wolf bereits jetzt auf Grundlage des bestehenden europäischen Rechts in das Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Eine Regulierung soll über das bewährte Reviersystem erfolgen. Nach Ansicht der Verbände wird es erforderlich sein, Wölfe zu entnehmen, die die Nähe zum Menschen suchen, Schutzmaßnahmen überwinden oder sich auf den Riss von Weidetieren spezialisiert haben.

Herdenschutz muss wirtschaftlich realisierbar sein

Die Verbände betonen, dass zur Vermeidung von Wolfsrissen Herdenschutzmaßnahmen eine große Bedeutung zukommt. Jedoch habe die Prävention auch Grenzen. Eine kleinparzellierte Einzäunung aller Weideflächen in Deutschland sei weder naturschutzfachlich verantwortbar noch wirtschaftlich darstellbar. Basis für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen müsse die Einzäunung sein, die zur Verhinderung des Ausbruchs der Weidetiere in der Region üblich ist.

Mit Material von Aktionsbündnis Forum Natur

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