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Gerichtsbeschluss mit Podcast

Urteil: Männliche Küken dürfen vorerst weiter getötet werden

Bild von mehreren Küken.
am Donnerstag, 13.06.2019 - 10:41 (Jetzt kommentieren)

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Töten männlicher Eintagsküken vorerst als rechtmäßig bestätigt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht vorerst noch als rechtmäßig bestätigt. Bis zur Einführung von alternativen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei dürften Brutbetriebe männliche Küken weiter töten, urteilte das Gericht in Leipzig am Donnerstag (13.06.19). Die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien seien zwar allein kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis aber noch rechtmäßig.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte das Kükentöten 2013 per Erlass stoppen wollen. Zwei Brütereien aus NRW klagten dagegen. Jedes Jahr werden in Deutschland laut Bundeslandwirtschaftsministerium rund 45 Millionen männlicher Küken nach dem Schlüpfen getötet. Sie sind für die Zucht von Legehennen überflüssig und eignen sich auch nicht für die Mast.

Klöckner: Kükentöten ist ethisch nicht vertretbar

„Meine Position zum Kükentöten ist schon lange klar: Ethisch ist es nicht vertretbar, diese Praxis muss so schnell wie möglich beendet werden", äußerte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu dem Gerichtsurteil. Mit insgesamt über acht Millionen Euro fördere das Ministerium daher mehrere Verfahren und Initiativen, die das zukünftig überflüssig machen. Dazu zähle die Aufzucht und Haltung männlicher Küken aus Legelinien, so genannte „Bruderhähne“ oder Zweinutzungshühner. Sie seien bereits auf dem Markt verfügbar und der Verbraucher habe die Wahl.

„Alternativen stehen also zur Verfügung. Sie müssen aber auch rasch angewendet werden, um das Kükentöten schnellstmöglich zu beenden. Verbände und Unternehmen nehme ich hier in die Pflicht, habe die klare Erwartungen an sie, tätig zu werden. Mit Vertretern der Wissenschaft werde ich sie daher zeitnah an einen runden Tisch zusammenholen“, erklärte Julia Klöckner weiter. „Miteinbezogen werden müssen aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit ihrer Kaufentscheidung haben sie es letztlich mit in der Hand, ob sich innovative Verfahren durchsetzen oder immer mehr Eier importiert werden.“

Mit Material von dpa/BMEL

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