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Geflügel

USDA: Internationaler Geflügelmarkt expandiert weiter

© Mühlhausen/landpixel
von , am
13.05.2013

Washington - Das US-Landwirtschaftsministerium korrigiert die Produktionsprognose für Geflügel nach oben. Die globale Gefluügelfleischerzeugung soll 2013 um zwei Prozent auf mehr als 90 Millionen Tonnen steigen.

Die Geflügelfleischproduktion hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres zugelegt. © Mühlhausen/landpixel
Am weltweiten Markt für Geflügelfleisch sind auch in diesem Jahr die Weichen auf Wachstum gestellt. Davon geht das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in einer aktuellen Einschätzung der globalen Marktlage aus und hat deshalb seine Produktionsprognose nach oben korrigiert.

Weltproduktion steigt um zwei Prozent

Im Oktober 2012 erwarteten die Analysten aus Washington für 2013 noch einen vergleichsweise verhaltenen Anstieg der weltweiten Geflügelfleischerzeugung um 1,2 Prozent (%) auf knapp 89 Millionen Tonnen (Mio. t), weil die hohen Futtermittelpreise und geringe Margen eine stärkere Expansion bremsen dürften. Mittlerweile gehen die US-Experten jedoch wieder von einer dynamischeren Entwicklung aus und prognostizieren für 2013 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Weltproduktion um 1,8 Mio. t oder zwei Prozent auf 90,05 Mio t.

Hähnchenfleischerzeugung ist treibende Kraft

Treibende Kraft wird dabei der Ausbau der Hähnchenfleischerzeugung sein, die um 1,84 Mio. t oder 2,2 % auf insgesamt 84,6 Mio t zulegen soll. Damit würde die Produktion ähnlich stark wie im vergangenen Jahr zunehmen, als die Wachstumsrate bei 2,4 % lag. Die globale Herstellung von Putenfleisch dürfte 2013 hingegen nicht das Rekordniveau des Vorjahres erreichen. Das US-Ministerium rechnet gegenüber 2012 mit einem Rückgang von 59.000 Tonnen oder einem Prozent auf 5,44 Mio. t. Trotz der wahrscheinlichen Abschwächung bei den Puten wird sich der Geflügelmarkt 2013 insgesamt dynamischer als die anderen Fleischmärkte entwickeln; für diese hat das USDA nur ein Erzeugungsanstieg von 1,8 % bei Schweine- und 0,5 % bei Rindfleisch im Vergleich zum Vorjahr prognosti- ziert.

Vogelgrippe in China bremst Verbrauch

Hinter den USA ist China der weltweit zweitgrößte Produzent von Hähnchenfleisch. Die Volksrepublik hat ihre Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren wegen des wachsenden inländischen Verbrauchs stetig aufgestockt. Für 2013 erwartet das US-Ministerium einen weitern Anstieg der chinesischen Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % auf 14,05 Mio. t.
 Mitte März ging der US-Agrarattaché in Peking noch davon aus, dass 2013 in der Volksrepublik gut 13,9 Mio. t Hähnchenfleisch verbraucht würden; das wären 2,8 % mehr als 2012 und absolut gesehen die höchste Menge weltweit. Allerdings könnte der Geflügel- fleischverzehr durch die im März aufgetretenen Probleme mit der Vogelgrippe auch sehr viel niedriger ausfallen. Laut Nachrichtenagentur Reuters ist der Verbrauch zeitweilig in einigen Regionen um bis zu 80 % eingebrochen und könnte auf das ganze Jahr gesehen um 20 % bis 30 % rückläufig sein, wenn die tödliche Viruserkrankung nicht schnell in den Griff zu bekommen sein sollte. Fraglich ist deshalb aufgrund der Nachfrageschwäche auch, ob die USDA-Prognose einer Importsteigerung um 6,3 % auf 270.000 Tonnen in diesem Jahr aufrechterhalten werden kann.

Geringes Wachstum in der EU

Die Geflügelfleischerzeugung in der EU soll nach Einschätzung der Analysten des US-Landwirtschaftsministeriums 2013 ebenfalls zulegen, auch wenn das Wachstum im internationalen Maßstab nur unterdurchschnittlich ausfallen dürfte. Das USDA erwartet für die Gemeinschaft gegenüber 2012 einen Anstieg der Hähnchenfleischproduktion um 0,4 % auf 9,55 Mio. t; der Anfall von Putenfleisch soll um 0,5 % auf 2,03 Mio t zunehmen. Insge- samt stünden somit von der Produktionsseite 50.000 t mehr zur Verfügung, die für den unterstellten Anstieg des Verbrauchs von 80.000 t auf 11,17 Mio t aber nicht ganz ausreichen würden.
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