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Geflügel

Verbraucher wollen kein gv-Futter für Geflügel

von , am
14.04.2014

Hamburg - 79 Prozent der Verbraucher lehnen Futtermittel gentechnisch veränderten Pflanzen für Geflügel ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Umweltorganisation Greenpeace beauftragte Umfrage des Forsa-Instituts.

Bei Hähnchen und Pute waren Angebot und Nachfrage zum Jahreswechsel im Gleichgewicht und die Preise stabil. © Uta Dohlenburg / pixelio
Da nicht mehr ausreichend gentechnikfreie Soja zur Verfügung stünde, kündigte der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) im Februar an, wieder gentechnisch verändertes Soja zu verfüttern.
 
Vor diesem Hintergrund beauftragte die Umweltorganisation Greenpeace das Forsa-Institut mit der Umfrage "Meinungen zum Thema Gentechnik in Lebensmitteln". Befragt wurden 1.001 Personen am 9. und 10. April 2014.

Rund 80 Prozent der Verbraucher lehnen gv-Fütterung ab

Für 79 Prozent (%) der Verbraucher ist es demnach wichtig, dass Legehennen und Geflügel nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden, 18 % seien gentechnikfreie Futtermittel weniger oder gar nicht wichtig.
 
Weiter hat die Umfrage den Wunsch nach Kennzeichnung von derartigen Produkten abgefragt sowie die Zahlungsbereitschaft für Geflügelprodukte, wenn diese ohne Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden.

50 Cent mehr darf Hähnchen ohne gv-Futter kosten

Auf die Frage, ob Geflügelfleisch und Eier, die mit Futter aus gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen produziert wurden, gekennzeichnet werden sollten, antworteten 93 Prozent (%) mit ja.
 
Die große Mehrheit der Befragten ist laut Studie nach eigenen Angaben auch bereit, mehr Geld für Geflügel und Eier auszugeben, wenn sichergestellt wäre, dass sie ohne Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurde.
 
61 % würden über 50 Cent mehr für ein Hähnchen zahlen, wenn es ohne Futter aus gv-Pflanzen erzeugt wurde. 85 % der Befragten würden laut Studie mehr als einen Cent mehr für ein Ei ausgeben, wenn dies mit Futter ohne gv-Pflanzen produziert wird.

Hintergrund

Der ZDG hatte im Februar angekündigt, wieder gentechnisch verändertes Soja zur Fütterung von Hühnern einzusetzen, da nicht mehr ausreichend gentechnikfreie Soja zur Verfügung stünde.
 
Günter Scheper, Vorsitzender des im ZDG organisierten Bundesverbandes Deutsches Ei, sagte damals: "Das Futtermittel-Monitoring zeigt einen fortlaufenden Anstieg der Beimengungen des Mischfutters mit GVO, mit teils sogar deutlicher Überschreitung des zulässigen GVO-Toleranzwertes. Das bringt uns zu der Auffassung, dass nur ein Verzicht auf die GVO-Freiheit Rechts- und Planungssicherheit für die Betriebe bringt."
 
Die grünen Agrarminister aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Christian Meyer und Johannes Remmel kritisierten den angekündigten Rückzug in einem Schreiben an den Präsidenten des ZDG, Leo Graf von Drechsel. Nach Auffassung von Meyer sei weiterhin genügend gentechnikfreies Soja auf dem Markt.
 
Das bestätigte Alexander Hissting, Sprecher des Verbandes "Lebensmittel Ohne Gentechnik". "Analysten gehen von einem steigenden Anbau und Angebot von gentechnikfreiem Sojaschrot aus Brasilien in 2014 aus." Laut Branchenkennern kämen dieses Jahr neue und große Anbieter für gentechnikfreies Sojaschrot auf den Markt, so der Sprecher.

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