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Geflügel

Verkaufs-Verbot für Bayern-Ei

von , am
10.08.2015

Alte Ware, gefälschte Haltbarkeitsdaten, Salmonellen-Verdacht: Das niederbayerische Unternehmen Bayern-Ei kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt haben die Behörden Konsequenzen gezogen.

Das Unternehmen Bayern-Ei darf vorläufig keine Eier mehr verkaufen. © Mühlhausen/landpixel
Das unter Salmonellen-Verdacht stehende Unternehmen Bayern-Ei darf vorläufig keine Eier mehr verkaufen. Das teilte die Regierung von Niederbayern in der Nacht zum Samstag in Landshut mit. Das Verbot sei am Freitagabend von den Lebensmittelüberwachern der Landratsämter in Abstimmung mit Bayerns Verbraucherschutzministerium in München verhängt worden. Bei dem Unternehmen war am Wochenende zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Das nun ausgesprochene Verkaufsverbot gelte für die am Unternehmenssitz Aiterhofen sowie in Aholming-Tabertshausen produzierten Eier, berichtete die Regierungsbehörde. Am dritten Standort Wallersdorf-Ettling werden momentan keine Eier produziert. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt gegen Verantwortliche des Betriebs wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Lebensmittelrecht und Tierquälerei. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen zurückgegebene Ware neu verpackt und Mindesthaltbarkeitsdaten gefälscht, also verlängert, habe, berichtete die Regierung.

Umweltministerin Ulrike Scharf unter Druck

Die Landtagsfraktion der SPD verlangte am Samstag umfassende Aufklärung von Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn sagte: "Die Umweltministerin muss jetzt sagen, ob durch Manipulationen von Verpackungen und Mindesthaltbarkeitsdaten Salmonellen-infizierte Eier in den Umlauf gekommen sind!" Es sei zu befürchten, dass das Unternehmen in den letzten Monaten Sperren wegen Salmonellen-Belastungen missachtet haben könnte. Scharf selbst wies hingegen erneut die Kritik einer unzureichenden Überwachung des Eier-Produzenten zurück.

Hintergrund:

Der Betrieb, der auch exportierte, musste zuletzt Ende Juli wegen des Verdachts auf Salmonellen Eier zurückrufen. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Ermittlungen, weil das Unternehmen für einen Salmonellen-Ausbruch im Sommer 2014 in Europa mit zwei Toten und Hunderten Erkrankten verantwortlich gewesen sein könnte. Betroffen von der Krankheitswelle waren besonders Großbritannien und Österreich. Nach dem Rückruf hatten Bayerns SPD und Grüne die sofortige Schließung des Betriebs gefordert. Bereits zuvor war der Salmonellen-Skandal auch Thema im Landtag.
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